Hat der Bischof in jeder Messfeier den Vorsitz?

Details über seine Kleidung, wenn er nicht zelebriert

Rom, (ZENIT.org) Edward McNamara LC | 326 klicks

Pater Edward McNamara, Professor für Liturgie am Päpstlichen Athenäum „Regina Apostolorum“ in Rom, beantwortet eine Leserfrage zum Vorsitz des Bischofs bei einer Messfeier.

Frage: Sollte ein Diözesanbischof, wenn er an einer Messfeier teilnimmt, in der er nicht konzelebriert, auf seinem Bischofsstuhl Platz nehmen? Welche Kleidung sollte er in diesem Fall tragen? -- W.B., Musoma, Tansania

P. Edward McNamara: Dieser Fall wird in verschiedenen Dokumenten – vor allem im „Zeremoniale für die Bischöfe“ – behandelt.

Es gibt verschiedene Fälle, in denen ein Diözesanbischof an einer Messfeier teilnehmen kann, ohne zu konzelebrieren. Sollte er zum Beispiel einer Begräbnismesse für Verwandte eines Priesters beiwohnen oder an einer Jubiläumsmesse teilnehmen, bei der ein Priester seinen Weihetag feiert, wird er oft nicht konzelebrieren, denn wenn er dies täte, müsste er der Messfeier vorstehen.

Vor ein paar Jahren hat man diese Frage der Kongregation für den Gottesdienst unterbreitet. Sie hat in ihrer offiziellen Zeitschrift „Notitiae“ (46 [2009], Seite 170) wie folgt geantwortet:

„F.: Ist es einem Bischof erlaubt, zum Weihetag eines bestimmten Priesters so zu konzelebrieren, dass er seinen Platz unter den Priestern nimmt und den Platz als Hauptzelebrant dem Priester überlässt, der sein Jubiläum feiert?“

„A.: Nein.

Die gültige liturgische Norm beinhaltet ein theologisches Prinzip, das in der Weisheit der Väter wurzelt. Sie bestätigt ganz eindeutig und klar die Notwendigkeit, dass der Bischof der Feier vorsteht, gleichgültig, ob er selbst die Eucharistie feiert oder nicht.

Im Zeremoniale für die Bischöfe heißt es unter Nr. 18:‚In jedweder anderen unter dem heiligen Dienstamt des Bischof versammelten Altargemeinschaft erscheint das Symbol jener Liebe und Einheit des mystischen Leibes, ohne die es kein Heil geben kann. Darum ziemt es sich ganz besonders, dass der Bischof, wenn er bei einer liturgischen Feier anwesend ist, zu der eine Gemeinde sich versammelt hat, selbst die Feier leitet, da er mit der Fülle des Weihesakraments ausgezeichnet ist. Daher geschieht dies nicht, um die äußere Festlichkeit der Feier zu steigern, sondern um das Mysterium der Kirche in einem hellen Licht erscheinen zu lassen. Es ist ferner angebracht, dass der Bischof in der Feier auch Presbyter um sich versammelt. Wenn aber der Bischof in der Eucharistiefeier den Vorsitz führt, ohne selbst zu zelebrieren, kann er den Wortgottesdienst leiten und die Messe mit der Entlassung beschließen‘.

Nichtsdestotrotz:‚Wenn er aber aus einem gerechtem Grund an einer Messe teilnimmt, ohne selbst die Eucharistie zu feiern, so ziemt es sich, dass er, falls nicht ein anderer Bischof zelebriert, wenigstens dem Wortgottesdienst vorsteht und am Schluss der Gemeinde den Segen erteilt. Das gilt insbesondere für jene Messfeiern, in denen die Feier eines Sakraments, oder einer Segnung gehalten wird‘(Nr. 175).‚Wenn der Bischof nicht in der beschriebenen Weise der Messfeier vorsteht, nimmt er, bekleidet mit Mozetta und Rochett, an der Messe teil; er sitzt jedoch nicht auf der Kathedra, sondern an einem anderen geeigneten Platz, der für ihn bereitet ist‘(n. 186).“

Ich muss sagen, dass der zweite Teil dieser Antwort, der die Abschnitte Nr. 175 und 186 des Zeremoniales für die Bischöfe miteinander verbindet, etwas verwirrend ist, was wenigstens in Bezug auf die Kleidung des Bischofs zutrifft, weil hier – wie es scheint – falsche Informationen gegeben werden.

Im Zeremonienbuch für die Bischöfe werden zwei verschiedene Situationen voneinander unterschieden. Die erste betrifft den Fall, für den der Bischof der Wortgottesliturgie vorsteht und den Entlassungssegen spendet, aber nicht konzelebriert. Die für diesen Anlass bestimmte Kleidung wird unter Nr. 176 des Zeremonienbuchs beschrieben. Es handelt sich um die Albe, das Brustkreuz (Pektorale), die Stola und den Rauchmantel in der liturgischen Farbe des Tages, die Mitra und den Hirtenstab. In den Abschnitten Nr. 177-185 beschreibt das Zeremonienbuch die zeremoniellen Handlungen, die in diesem Fall auszuführen sind. Der Bischof nimmt auf der Kathedra Platz (ZfdB, 178).

Der zweiten Fall, in dem der Bischof anwesend ist, ohne vorzustehen, wird im Zeremoniale unter Nr. 186 beschrieben. Hierbei trägt der Bischof ein Chorgewand.

Dieses besteht aus einem fuchsia- oder violettfarbenem Talar mit einer Mozetta und einem Pileolus oder Scheitelkäppchen gleicher Farbe. Die Mozetta ist ein kleiner Umhang, der bis zu den Ellbogen reicht und vorne zugeknöpft wird.

Das Birett, eine quadratische, steife Mütze ohne Krempe mit drei oder vier Hörnern auf der oberen Seite, trägt man über dem Scheitelkäppchen. Da es nicht mehr vorgeschrieben ist, wird es heute nur noch selten getragen.

Das Rochett wird unter der Mozetta und über dem Talar getragen. Es ist ein weißes Leinengewand, das einem Chorhemd ähnelt, aber nicht wie dieses weite, sondern dicht anliegende Ärmel hat.

Über der Mozetta trägt der Bischof ein Brustkreuz, das für gewöhnlich an einem gold-grünen Band hängt. Einige Bischöfe benutzen jedoch immer eine silberne oder goldene Kette.

In diesem Fall sitzt der Bischof nicht auf der Kathedra, sondern an einem anderen passenden Ort im Presbyterium.

Manchmal kann es zu einer Kombination beider Kleidungsformen kommen, zum Beispiel wenn der Bischof das Chorgewand trägt, jedoch die Aussegnung vornimmt. In diesem Fall zieht er nach der Kommunion die Mozetta aus, trägt an ihrer Stelle den Rauchmantel mit Stola und Mitra und steht auf diese Weise den Gebeten vor.

Übersetzt von P. Thomas Fox, LC, aus dem englischen Artikel  http://www.zenit.org/en/articles/when-a-bishop-doesn-t-concelebrate-at-a-mass