Heikle Mission für Pietro Parolin in Venezuela

Bisheriger Untersekretär im Vatikanischen Staatssekretariat wird Apostolischer Nuntius

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ROM, 19. August 2009 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat den 54-jährigen Prälaten Pietro Parolin zum Apostolischen Nuntius in Venezuela ernannt, wo es aufgrund der Politik von Hugo Chávez zu einer Krise in den Beziehungen zwischen Kirche und Staat gekommen ist. Parolin arbeitete zuletzt als Untersekretär in der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten im Vatikanischen Staatssekretariat. Am 12. September wird der designierte Titularerzbischof von Acquapendente von Papst Benedikt XVI. zum Bischof geweiht werden. Der bisherige Vertreter des Papstes in Venezuela, Erzbischof Giacino Berloco, war bereits am 18. Juni zum Apostolischen Nuntius in Belgien ernannt worden.



In der vergangenen Woche stimmte die Venezolanische Nationalversammlung dem Bildungsreformpaket der Regierung zu, mit dem unter anderem der Möglichkeit des schulischen Religionsunterrichts ein Riegel vorgeschoben wird. Die Bischöfe sind deshalb entschiedene Gegner der Änderungen.

Bereits am 6. August hatte die Venezolanische Bischofskonferenz die übereilte Verabschiedung des Gesetzesvorhabens kritisiert. In einer öffentlichen Stellungnahme war darauf hingewiesen worden, dass die notwendigen Konsultationen ausgeblieben seien. Das ungewöhnliche Prozedere der Regierung komme einem Angriff auf die bürgerliche Mitbestimmung gleich und behindere die Suche nach dem Gemeinwohl der Gesellschaft, so die Bischöfe. Außerdem verurteilten sie die Entscheidung von Hugo Chávez, 34 Radiosender schließen zu lassen. Alle sind ein Sprachrohr der Opposition.

Die Schließung der Radiosender ziehe nicht nur in Zweifel, ob Pluralismus und Meinungsfreiheit, wie sie in den Gesetzen des Landes festgeschrieben seien, überhaupt noch existierten, sondern betreffe zudem Hunderte von Venezolanern, die ihren Job verlören und ihre Familien nicht mehr ernähren könnten, so die Bischöfe.

Pietro Parolin, Jahrgang 1955, empfing 1980 die Priesterweihe. Der gebürtige Italiener trat 1986 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Nach Auslandseinsätzen in Nigeria und Mexiko wurde er im Jahr 2002 ins Vatikanische Staatssekretariat berufen.

Die bisherigen Aufgaben des designierten Nuntius wird der aus Genua stammende Priester Prälat Ettore Balestrero übernehmen, der als Diplomat des Heiligen Stuhls unter anderem in Korea, der Mongolei und den Niederlanden gearbeitet hat und seit 2001 seinen Dienst im Vatikanischen Staatssekretariat versieht.