Heilige Stuhl fordert Aufnahme und Integration von Einwanderern

Einverständnis für Gesetze zugunsten von nicht EU-Bürgern.

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ROM, 4. November 2009 (ZENIT.org).- Die Gesetze, die die Erlangung der Staatsbürgerschaft für jene Einwanderer in Itialien erleichtern, die alle Anforderungen des Landes erfüllen, befänden sich „auf dem Weg der Integration", sagte heute Erzbischof Agostino Marchetto, Sekretär des Päpstlichen Rates zur Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs.

Der Erzbischof gab eine Pressekonferenz im Vatikan, auf der er den VI. Weltkongress für die Pastoral für Einwanderer und Flüchtlinge mit dem Thema „Eine pastorale Antwort auf das Migrationsphänomen im Zeitalter der Globalisierung" vorstellte.

Erzbischof Marchetto wies darauf hin, dass einige Ortskirchen leider nicht die Vorschläge der Instruktion „Erga migrantes caritas Christi" umgesetzt hätten, die vor fünf Jahren von diesem Dikasterium veröffentlicht worden wären. Dieser Text würde auf dem Kongress als Thematik zur Reflexion auf der Tagesordnung stehen.

Angesichts dieser Aussage fragte ein Reporter Erzbischof Marchetto, in welchen Fällen ihm aufgefallen sei, dass einige Diözesen dieses Dokument nicht beachtet hätten. „Wenn wir dazu auffordern, Ausschüsse ins Leben zu rufen, um sich mit der Seelsorge der Migranten zu beschäftigen, und wir sehen, dass diese vielerorts noch nicht existieren", sagte der Erzbischof. Er konstatierte, dass in verschiedenen Diözesen, „der pastorale Aspekt vom sozialen Aspekt absorbiert werde" und um dies zu verhindern, sei eine spezifische Seelsorge der menschlichen Mobilität notwendig.

Staatsbürgerschaft

Ein anderer Reporter stellte während der Pressekonferenz eine Frage zum Gesetzesantrag, der die Zeit für die Erlangung der italienischen Staatsbürgerschaft für jene Ausländer verkürzen soll, die die Bedingungen des Staates erfüllen.

Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs, Erzbischof Antonio Maria Veglia, brachte seinen Beifall für diesen Vorschlag zum Ausdruck: „Ich verstehe nicht, warum die Immigranten die italienische Staatsbürgerschaft nicht erwerben können".

„Hier in Italien haben wir rund 4,5 Millionen Zuwanderer, Menschen, die arbeiten, Steuern zahlen und dazu beitragen, den Reichtum des Landes zu steigern", sagte er. „Die Kinder lernen in unseren Schulen und verstehen nicht, warum sie nicht vollständig integriert werden sollten, wenn sie die Gesetze beachten und die Regeln befolgen", schloss Bischof Veglia.

[Von Carmen Elena Villa. Übersetzung ins Deutsche von Susanne Czupy]