Heilige Teresa de Los Andes (1900-1920)

Erste chilenische Heilige

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 517 klicks

Juana Enriqueta Josefina de los Sagrados Corazones Fernandez Solar, wie Teresa de Los Andes mit bürgerlichem Namen hieß, wurde am 13. Juli 1900 in Santiago (Chile) geboren. Sie wuchs in einer begüterten Familie in behüteten Verhältnissen auf. Ihre Schulausbildung erhielt Teresa im Schwesternkolleg „Sacro Cuore“. Bereits mit 14 Jahren gelobte sie, ihr Leben Gott zu weihen. Vier Jahre später, mit 19 Jahren, verwirklichte sie ihr Gelöbnis und trat am 7. Mai in das Kloster der unbeschuhten Karmelitinnen in Los Andes ein, das circa 90 Kilometer von Santiago entfernt liegt. Wenige Monate später, am 14. Oktober desselben Jahres, nahm sie den Namen Teresa an, als sie Novizin des Ordens wurde. Doch schon kurze Zeit später erkrankte Teresa schwer an einer Flecktyphus, der sie mit fast 20 Jahren am 12. April 1920 erlag. An ihren Bruder schrieb sie damals: „Meine Zeit ist nicht meine eigene. Ich habe alles, was ich besaß, hingegeben, sogar meinen eigenen Willen! Ich muss alles tun, was Gott von mir verlangt, Augenblick für Augenblick ... welche Freude!“ Für Teresa kam der Tod in so jungen Jahren nicht überraschend, wie sie ihrem Beichtvater kurz vor ihrem Tode mitgeteilt hatte. Als der Herr Teresa ihr Schicksal offenbart hatte, hatte sie es mit Freude, Gelassenheit und Vertrauen angenommen.

Teresa hatte ihre Berufung in der Liebe zu Jesus und der Verbreitung dieser Liebe unter die Menschen gesehen. Sie verfügte über eine außergewöhnliche Liebesfähigkeit. Als einzig gültiges Ideal betrachtete sie Christus. Ihr Leben widmete sie dem Lieben, Leiden, Beten und Dienen.

In seiner Predigt zitierte der selige Johannes Paul II. die Selige: „Jesus ist unsere grenzenlose Freude.“ Gerade aus diesem Grund sei sie ein Modell für die Evangelisation und für die Jugendlichen. Sie habe nämlich den Glauben in ihrem Alltag gelebt, in der Schule, mit den Freunden und in der Familie. Ihr Leben zeichne sich, so der selige Johannes Paul II., durch christlichen Humanismus aus.

Johannes Paul II. sprach Teresa bei seinem Besuch in Chile 1987 am 3. April als erste Chilenin selig. Die Heiligsprechung folgte bereits am 21 März 1993. Das ihr geweihte Sanktuarium zieht alljährlich tausende Pilger an.