Heiliger Geist als Quelle des Lebens lehrt, reinigt und verwandelt

Katechese während der Generalaudienz über das Credo

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Jan Bentz | 921 klicks

Ein weiterer Satz aus dem Glaubensbekenntnis stand wiederum im Zentrum der Katechese von Papst Franziskus bei der heutigen Generalaudienz mit über 100.000 Pilgern auf dem Peterplatz. Diesmal war es gemäß der Liturgie der Osterzeit der Satz „Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht.“

Dem Heiligen Geist als Gabe des gekreuzigten und auferstandenen Christus, die im Abendmahlssaal auf die mit Maria im Gebet verweilenden Apostel ausgegossen werde, komme wie den beiden anderen Göttlichen Personen Anbetung und Verherrlichung zu, erklärte der Papst.

Er sei die unerschöpfliche Quelle göttlichen Lebens, nach dem sich jeder Mensch sehne, der als Wanderer die Wüsten des Lebens durchquere:„Jeder Mensch sehnt sich nach einem erfüllten Leben, in dem sein Durst nach Liebe und Wahrheit gestillt wird.“

Franziskus gab darauf als Antwort zunächst das Herrenwort: „Jesus sagt: ‚Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt‘ (Joh4,14)“ und erläuterte dann, der Heilige Geist sei dieses lebendige Wasser, das verwandle und reinige. Auch lasse er am Leben Gottes selber teilhaben und lehre, als „Kinder“ unter dem Blick des Vaters zu leben.

Auch lehre er, die Welt mit den Augen der Liebe Christi zu sehen:

„Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, und wir wollen auch unsere Mitmenschen einladen, sich auf diese Beziehung des Vertrauens, der Freiheit und der Zuversicht in die Liebe und das Erbarmen Gottes einzulassen“, so der Papst.

Die deutschsprachigen Pilger lud Papst Franziskus dazu ein, sich in der Anbetung seines heiligen Leibes, der in der Eucharistie gegenwärtig sei, und durch das Hören auf sein Wort auf die Freundschaft mit Christus einzulassen.

Ein besonderer Gruß ging an die auf dem Petersplatz versammelten neu vereidigten Schweizer Gardisten mit ihren Angehörigen und Freunden, die zu diesem Anlass in den Vatikan gereist waren [ZENIT berichtete].

[Wir dokumentieren die offizielle deutsche Zusammenfassung der Katechese:]

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Liebe Brüder und Schwestern! Die Liturgie der Osterzeit weist uns immer wieder auf den Heiligen Geist hin, die Gabe des gekreuzigten und auferstandenen Christus, die am Pfingstfest auf die im Abendmahlssaal mit Maria im Gebet verweilenden Apostel ausgegossen wird. Im Credo bekennen wir: „Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht." Das heißt zunächst, der Heilige Geist ist Gott wie der Vater und der Sohn; ihm kommt gleich den beiden anderen göttlichen Personen Anbetung und Verherrlichung zu. Sodann schenkt der Heilige Geist Leben; er ist eine unerschöpfliche Quelle göttlichen Lebens. Jeder Mensch sehnt sich ja nach einem erfüllten Leben, in dem sein Durst nach Liebe und Wahrheit gestillt wird. Jesus sagt: Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt" (Joh 4,14). Der Heilige Geist ist dieses lebendige Wasser (vgl.Offb 22,17). Er reinigt und verwandelt uns. Er lässt uns teilhaben am Leben Gottes selbst, das die Liebe ist. Der Heilige Geist lehrt uns, die Welt mit den Augen Christi zu sehen; als Söhne und Töchter Gottes zu leben, wie Christus gelebt hat. Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, und wir wollen auch unsere Mitmenschen einladen, sich auf diese Beziehung des Vertrauens, der Freiheit und der Zuversicht in die Liebe und das Erbarmen Gottes einzulassen.

[Für die deutschsprachigen Pilger wurden folgende Grußworte auf Italienisch verlesen:]

Von Herzen grüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache, insbesondere die Angehörigen und Freunde der neuen Schweizergardisten, die aus Anlass der Vereidigung nach Rom gekommen sind. Lassen wir uns ein auf die Freundschaft mit Christus. Im Hören auf sein Wort und in der Anbetung seines heiligsten Leibes, der in der Eucharistie gegenwärtig ist, werde er uns zur Quelle neuen Lebens.Der Herr segne euch und begleite euch auf all euren Wegen!