Heiliger Stuhl: Aufruf zu mehr Engagement bei Aidsbekämpfung

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NEW YORK, 23. Mai 2007 (ZENIT.org).- Erzbischof Celestino Migliore, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York, wies am Dienstag im Rahmen des Treffens der Generalversammlung zur Umsetzung der Erklärung zum Kampf gegen HIV/Aids darauf hin, dass die Kosten für den Einsatz zur Ausrottung dieser Immunschwäche zwar unermesslich hoch erscheinen mögen, dass sie aber in Wirklich ein Bruchteil dessen ausmachten, was die internationale Gemeinschaft locker machen könne.



„Die Tatsache, dass nur zwei Millionen der 7,1 Millionen Menschen, die anti-retrovirale Medikamente benötigen, diese auch erhalten“, ist in den Augen des Erzbischofs beklagenswert. Die Gewährleistung der weltweit nötigen Ressourcen zur Aidsbekämpfung koste für die einkommensschwachen und weniger einkommensstarken Länder nach Berechnung der Experten zwischen $18 und $22 Milliarden Dollar. „Diese Zahlen, die dem Anschein nach sehr hoch sind, bedeuten in Wirklichkeit nur zwischen $3 und $4 Dollar pro Person, die auf Erden lebt.“ Wenn man den Gesamtkontext in Betracht ziehe, erkenne man, dass sehr wohl etwas getan werden könne. Allerdings: „Jeder von uns muss seinen Einsatz intensivieren.“

Erzbischof Migliore nannte die vier großen Herausforderung der HIV/Aids-Bekämpfung, wie sie in einem UN-Bericht aufgelistet werden, beim Namen: „die Sorge für die 39,5 Millionen Menschen, die heute an HIV leiden; die Reduktion der Anzahl an Menschen, die jedes Jahr aufgrund von Aids sterben – 2006 waren es 2.9 Millionen –; die Verhinderung von Neuinfizierungen, die gegenwärtig rund vier Millionen pro Jahr ausmachen, und die besondere Fürsorge für junge Menschen, die im vergangenen Jahr für 40 Prozent der Neuinfizierungen verantwortlich waren.“

Der 54-jährige Vertreter des Papstes bekräftigte, dass der Heilige Stuhl mit einem weltweiten Netzwerk auf die Herausforderung von HIV/Aids antworte. Es bestehe aus rund 1.600 Krankenhäusern, 6.000 Kliniken und 12.000 karitativen und sozialen Einrichtungen, die in den Entwicklungsländern stationiert seien.

Von den fünf Maßnahmen, die die UNO zur Bewältigung dieses Problems empfiehlt, griff Erzbischof Migliore zwei heraus. Hinsichtlich des Schlagworts: „Kenne diene Seuche und intensiviere die HIV-Prävention“, erklärte er, dass die Delegation des Heiligen Stuhls von der Notwendigkeit überzeugt sei, „Informationen bereitzustellen und die Möglichkeiten für eine Erziehung zu schaffen, die jene Werte berücksichtigt, die der menschlichen Natur entspringen“. Dies sei sowohl für den wissenschaftlichen Fortschritt als auch für die persönliche Prävention von höchster Bedeutung.

Darüber hinaus bekräftigte Erzbischof Migliore: „Meine Delegation ermutigt alle Staaten, entgegenkommender zu sein, wenn es darum geht, präzise Zahlen zu Kontroll- und Bewertungszwecken vorzulegen.“ Ein tatsächliches Einvernehmen über den Ort, an dem die Weltgemeinschaft in dieser Sache stehe, „wird uns in unserem Bemühen, alle Probleme anzugehen, die mit HIV/Aids in Zusammenhang stehen, und für alle zu sorgen, sehr hilfreich sein“.