Heiliger Stuhl: Bischofsweihe für Frauen, „Bruch mit der apostolischen Tradition“ und Hindernis

Vatikan bedauert Entscheidung der Kirche von England

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ROM, 8. Juni 2008 (ZENIT.org).- Wenige Tage vor der Lambeth-Konferenz, zu der die Hirten der Anglikanischen Gemeinschaft alle zehn Jahre zusammenkommen, hat sich die Kirche von England bei ihrer Synode in York für die Bischofsweihe für Frauen ausgesprochen. Der Heilige Stuhl bedauert diese Entscheidung.



In einer heute veröffentlichten Presseerklärung des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen wird darauf hingewiesen, dass die Entscheidung der Kirche von England einen „Bruch mit der apostolischen Tradition“ bedeute und eine „weitere Hürde auf dem Weg zur Aussöhnung zwischen der katholischen Kirche und der Kirche von England“ darstelle.

Die Presseerklärung im Wortlaut

„Wir haben mit Bedauern die Nachricht über die Abstimmung der Kirche von England erhalten. Sie ebnet den Weg zur Einführung einer Gesetzgebung, die zur Weihe von Frauen zum Episkopat führen wird.

Die katholische Haltung in dieser Frage ist von Papst Paul VI. und Papst Johannes Paul II. klar zum Ausdruck gebracht worden. Eine derartige Entscheidung bedeutet einen Bruch mit der apostolischen Tradition, die seit dem ersten Jahrtausend von allen Kirchen beibehalten worden ist, und stellt deshalb eine weitere Hürde auf dem Weg der Aussöhnung zwischen der katholischen Kirche und der Kirche von England dar.

Diese Entscheidung wird Folgen für die Zukunft des Dialogs haben, der bis jetzt fruchtbar war, wie Kardinal Kasper deutlich betonte, als er am 5. Juni 2006 auf Einladung des Erzbischofs von Canterbury zu allen Bischöfen der Kirche von England sprach.

Der Kardinal ist neuerlich eingeladen worden, die katholische Haltung bei der nächsten Lambeth-Konferenz Ende Juli darzulegen.“

Frauen als Priester sind in der Church of England seit 1994 zugelassen; derzeit sind rund ein Viertel der Priester in England und Wales Frauen. Die Kirche erklärte ihre Unterstützung von Frauen im Bischofsamt erstmals im Jahr 2005.