Heiliger Stuhl: Christophobie, Islamophobie und Antisemitismus gehören bekämpft

Ansprache des Sekretärs für die Beziehungen mit den Staaten an der Päpstlichen Universität Santa Croce

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ROM, 11. Januar 2008 (ZENIT.org).- Die Religionsfreiheit wirklich zu respektieren heiße, gegen „Christophobie, Islamophobie und Antisemitismus“ vorzugehen, betonte Erzbischof Dominique Mamberti, Sekretär des Heiligen Stuhls für die Beziehungen mit den Staaten, am Donnerstag in Rom. Dies sei der Weg, um jede Form von Diskriminierung und Verfolgung wirksam zu bekämpfen.



Christophobie ist in den Augen des „Außenministers“ des Vatikans „ein Bündel von Verhaltensweisen, die aus einer mangelhaften Erziehung, falschen Informationen, Intoleranz und Verfolgung herrühren“. All diese Probleme seien „im menschlichen Bereich, in Politik und Gesellschaft“ gleichermaßen anzugehen.

Erzbischof Mamberti brachte seinen Appell an der Päpstlichen Universität Santa Croce vor, wo er einen Vortrag über den „Schutz der Religionsfreiheit im gegenwärtigen Betätigungsfeld des Heiligen Stuhls“ hielt. Die Universität wird von Mitgliedern der Personalprälatur Opus Dei betrieben.

„Die Achtung des Rechts auf Religionsfreiheit bildet die Grundlage für die Achtung jedes anderen Rechts. Ist nämlich die Religionsfreiheit gefährdet, dann sind auch alle anderen Rechte am Umfallen.“ Der Kurienerzbischof bezeichnete die Religionsfreiheit als das „Recht, das nicht unterdrückt werden darf“, und wies darauf hin, dass es „eine private, eine öffentliche und eine institutionelle Dimension“ aufweise.

„Die Religionsfreiheit ist nicht nur eines der grundlegenden Menschenrechte, sondern sie ist das vorrangige Recht überhaupt. Sie zu verteidigen ist nämlich, wie Johannes Paul II. erklärte, der Test, durch den sich verifizieren lässt, ob die anderen Rechte respektiert werden.“

Das wichtigste diplomatische Ziel des Heiligen Stuhls in diesem Bereich besteht nach Worten von Erzbischof Mamberti darin, „die Stabilität und die Sicherheit der Tätigkeiten der christlichen Gemeinschaft sicherzustellen“.

Der diplomatische Hauptstratege des Vatikans sprach auch die Bande an, die die Religionsfreiheit mit der Meinungsfreiheit verbindet. Diesbezüglich sprach er sich für ein „angemessenes Gleichgewicht“ aus, das die Ausübung beider Rechte gewährleisten könne.

Mit Blick auf den interreligiösen und interkulturellen Dialog stellte Erzbischof Mamberti fest, dass dieser nur möglich sei, „wenn man nicht auf die Wahrheit verzichtet“.