Heiliger Stuhl: Der Kampf gegen die Armut, gesetzliche und moralische Verpflichtung

Zwei Ansprachen von Erzbischof Migliore, des Ständigen Beobachters des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York

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NEW YORK, 14. November 2006 (ZENIT.org).- Erzbischof Celestino Migliore hat im Namen des Heiligen Stuhl vor dem Ausschuss der Generalversammlung der Vereinten Nationen darauf hingewiesen, dass die Beseitigung der weltweiten Armut ein notwendiger Schritt zur Errichtung einer Zivilisation des Friedens sei.



Der Apostolische Nuntius lobte am Freitag die Tatsache, dass immer klarer erkannt werde, dass „Armut häufig von der Verletzung der Menschenrechte herrührt und dass die Förderung der Menschenrechte dabei helfen kann, Armut zu lindern“.

Diese Verbindung zwischen den Menschenrechten und der Beseitigung von Armut mache letztere zu einer „gesetzlichen und moralischen Verpflichtung“, ja zur Mitte der „gesetzlichen und sozialen Ziele“.

Die Armen hätten wie alle Menschen ein „Recht auf Gerechtigkeit, anständige Arbeit, angemessene Verpflegung, Gesundheit und Bildung“, bekräftigte der Erzbischof.

Gestern, Dienstag, ging der offizielle Vertreter des Heiligen Stuhls am Hauptsitz der Vereinten Nationen in einer weiteren Ansprache auf die Verbesserung der Koordination der Katastrophenhilfe von Seiten der internationalen Staatengemeinschaft ein.

Verschiedene natürliche und durch den Menschen verursachte Katastrophen, wie etwa der Tsunami im Jahr 2004 oder das Erdbeben und die Wirbelstürme des vergangenen Jahres hätten eindrucksvoll gezeigt, dass die „Sorge um unsere Nachbarn die Grenzen der nationalen Gemeinschaften“ überschreite und immer mehr die gesamte Welt umfasse.

Deshalb sei eine Koordination der Katastrophenhilfe erforderlich, die von der UNO geleitet werden sollte. Die Vereinten Nationen sollten „vorsichtig die Wirksamkeit“ der Hilfsorganisationen abwägen und zugleich deren Autonomie respektieren sowie „mittelgroße und kleinere Hilfsorganisationen“ in ihre Tätigkeiten einbinden und deren besondere Fähigkeit und Kenntnisse der Situation vor Ort anerkennen.

Die jüngste Einrichtung der Kreditbewilligung der Zentralen Krisenstiftung („Central Emergency Response Fund“, CERF) bezeichnete Erzbischof Migliore als ein „wichtiges Element“ einer verbesserten Katastrophenhilfe. Die Bewilligung stelle sicher, dass unverzüglich genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stünden.