Heiliger Stuhl: Die Arbeit der UN-Friedenskommission für Angola ist unersetzlich

Anprache von Erzbischof Celestino Migliore in New York

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NEW YORK, 11. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Die unersetzliche Arbeit der UN-Kommission zum Aufbau des Friedens in der Präsidialrepublik Angola („Peacebuilding Commission“, PBC) würdigte gestern Msgr. Celestino Migliore, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhles bei den Vereinten Nationen, in New York. Die Kommission wird von José Eduardo dos Santos geleitet und sorgt für die Einhaltung des Friedensabkommens.



Im Rahmen der Unabhängigkeitsbestrebungen war in Angola Ende der siebziger Jahre eine Bürgerkrieg ausgebrochen, in dem sich 27 Jahre lang die „Nationalunion für die völlige Unabhängigkeit Angolas“ (UNITA) unter ihrem Führer Jonas Savimbi (+1992) und die „Volksbewegung für die Befreiung Angolas“ (MPLA) unter Führung von José Eduardo Dos Santos gegenüberstanden. Erstere wurde von den USA und Südafrika unterstützt, letztere von der ehemaligen Sowjetunion und Kuba. Nach Angaben der Vereinten Nationen starben im Bürgerkrieg und danach an dessen verheerenden Folgen (Hunger und Epidemien) rund 1,5 Millionen Menschen; 2,5 Millionen Menschen mussten flüchten.

Erzbischof Migliore würdigte vor der 62. Vollversammlung in New York in diesem Zusammenhang die Arbeit von Botschafter Ismael Gaspar Martins, dem Ständigen Vertreter Angolas, für seinen Vorsitz während des Eröffnungsjahres der Friedenskommission. „Gleichzeitig möchte ich auch gegenüber Botschafter Yukio Takasu, dem ständigen Vertreter Japans, der nun den Vorsitz übernommen hat, meine beste Glückwünsche übermitteln“, erklärte der Repräsentant des Heiligen Stuhls.

„Meine Delegation glaubt, dass der individuelle und kollektive Genuss von dauerhaften Frieden die beste Garantie ist, um Konflikte zu vermeiden“, bekräftigte der Erzbischof. Damit der Friede aber auch in Angola beziehungsweise generell in einem Land einziehen könne, das gerade erst einen langjährigen Konflikt bewältigt hat, sei es notwendig, „die besonderen Bedürfnisse dieses Landes“ zu kennen und auf sie einzugehen. Nur dann könne man es auch unterstützen und die Fundamente für einen dauerhaften Frieden legen, so Erzbischof Migliore. Die Friedenskommission leiste einen unersetzlichen Beitrag, insofern sie den Aufbau des Landes wesentlich fördere.

In Angola leben zwölf Millionen Einwohner. Allein zwei Millionen leben in der Hauptstadt Luanda und Umgebung. 59 Prozent der Gesamtbevölkerung sind katholisch. Die Kirche gliedert sich in 15 Diözesen. 329 Wohlfahrtseinrichtungen und 272 Schulen befinden sich in kirchlicher Trägerschaft.

Erzbischof Migliore unterstrich, dass die Erfolge der UN-Friedensaktivisten in Burundi und Sierra Leone Anlass zur Hoffnung gäben, dass auch in anderen Staaten ein Klima dauerhaften Friedens geschaffen werden könne.

Die Friedenskommission müsse nun beweisen, dass sie „eben kein überflüssiger Überbau ist, der den verschiedenen Akteuren und Mitarbeitern an der Basis gleichsam übergestülpt wird“, und den Nationen beim schwierigen Übergang vom Krieg zu Frieden und Stabilität unter die Arme greifen. Dazu bedürfe es allerdings klarer Mandate und konkreter Hilfen.

In dieser Hinsicht könnten die verschiedenen Arbeitsgruppen der Vereinten Nationen einen wertvollen Beitrag leisten: Erfolge beim Friedensaufbau sollten der Friedenskommission gleichsam als Lehrmaterial für eine bessere Entscheidungsfindung zur Verfügung gestellt werden, um so mögliche Fehlern von vornherein auszuschließen.

Erzbischof Migliore betonte die positive Zustimmung des Heiligen Stuhls, was die Richtlinien für die Teilnahme verschiedener gesellschaftlicher Gruppen bei der Friedenskommission angeht, da sie die Basisarbeit aller Mitarbeiter guten Willens und der Glaubensgemeinschaften vor Ort fördere. Zugleich warnte der Delegationsleiter des Vatikans die Kommission davor, sich in sinnlosen Debatten zu verstricken; ihre Aufgabe sei es vielmehr, sich aktiv in das Leben der Völker und Nationen einzumischen.

„Meine Delegation freut sich, dass die Arbeit der Friedenskommission fortgesetzt wird, und sichert ihm seine volle Unterstützung in der Verfolgung seiner schwierigen Aufgabe zu, den Wiederaufbau des Lebens der einzelnen Menschen und ganzer Nationen, die vom Krieg zerstört worden sind, voranzutreiben.“

Abschließend verwies der Erzbischof auf das große Ziel, „Entwicklung, Frieden und Sicherheit und Menschenrechte“ in einem Land wieder neu aufzurichten, das jahrlang nur den bewaffneten Konflikt kannte.