Heiliger Stuhl: Die Weltreligionen, eine Hilfe im Kampf gegen den Terrorismus

Ansprache von Erzbischof Celestino Migliore am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York

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NEW YORK, 17. Mai 2006 (ZENIT.org).- Religion sei eine Hilfe zur Überwindung des Terrorismus, betonte Erzbischof Celestino Migliore, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, im Rahmen informeller Beratungen zum Thema "Dem Terrorismus entgegenwirken" in New York.



"Die Religionen sind dazu aufgerufen, die Voraussetzung für die Begegnung, den Dialog und das Verständnis von Pluralismus und kulturellen Unterschieden zu schaffen, zu unterstützen und zu fördern", erklärte der Erzbischof während einer Sitzung der UNO-Vollversammlung. Diese Voraussetzung sei die Würde der menschlichen Person. "Die uns allen gemeine menschliche Würde ist eine echte Voraussetzung, weil sie noch vor jeder anderen Erwägung und vor jedem methodologischen Grundsatz kommt, ja sogar noch vor dem internationalen Recht".

Die Achtung vor der Würde des Menschen sei eine "goldene Regel", die in allen Weltreligionen zu finden sein, fuhr der offizielle Repräsentant Papst Benedikts XVI. fort. Mit anderen Worten könne man das Gleiche auch mit dem Konzept "Gegenseitigkeit" ausdrücken.

Erzbischof Migliore wies darauf hin, dass die Erneuerung dieses Bewusstseins um dieses gemeinsame Erbe sicherlich dazu beitragen werde, eine so positive Sichtweise in politische und soziale Kategorien zu übersetzen, die dann ihrerseits juristischen Kategorien Gestalt geben würden. "Der Heilige Stuhl ist gern bereit, all jene Initiativen zu unterstützen, die die Gläubigen dazu ermutigen, Friedensboten zu sein und sich denen, die an der Errichtung unseres friedlichen Zusammenlebens mitwirken, anzuschließen."

Wenn Religion richtig verstanden und entsprechend gelebt werde, so trage sie zur Lösung des Problems des Terrorismus bei, denn schließlich führe dieses Verständnis zum Einsatz für die Verteidigung der Würde der anderen Menschen und für das Gemeinwohl aller.

Der Erzbischof erläuterte, dass Papst Benedikt XVI. "alle Katholiken und alle Frauen und Männer guten Willens" eingeladen habe, durch Reflexion, Zusammenarbeit, Dialog und Gebet an der Überwindung des Terrorismus mitzuhelfen und so ein gerechtes und friedliches Zusammenleben der Menschheitsfamilie zu ermöglichen.

Abschließend bekräftigte Erzbischof Migliore: "Kein Grund, möge er auch noch so gerechtfertigt erscheinen, kann das vorsätzliche Töten oder Verstümmeln von Zivilisten entschuldigen oder rechtfertigen."