Heiliger Stuhl: Drei Ziele zur Nutzung von Atomtechnologie

Ansprache von Erzbischof Mamberti vor der IAEA-Generalversammlung in WIEN

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WIEN, 5. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Der Heilige Stuhl hat die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, im Hinblick auf die Atomtechnologie drei Ziele anzustreben.



In seiner Ansprache vor den Mitgliedern der Generalversammlung der Internationalen Atomenergiebehörde („International Atomic Energy Agency“, IAEA) erinnerte Erzbischof Dominique Mamberti, Sekretär des vatikanischen Staatssekretariats für die Beziehungen mit den Staaten, die Vertreter der 139 Mitgliedsstaaten an die Worte Benedikts XVI. zum 50. Jahrestag der Errichtung dieser Behörde am 29. Juli: „Die in den letzten 50 Jahren eingetretenen epochalen Veränderungen machen deutlich, dass … es immer aktueller und dringlicher wird, für die Nicht-Verbreitung von Nuklearwaffen einzutreten, eine progressive und konzertierte Abrüstung von Kernwaffen zu fördern und den friedlichen und sicheren Gebrauch der Kerntechnologie für eine echte Entwicklung zu begünstigen, die die Umwelt achtet und immer auf die benachteiligteren Völker bedacht ist.“

Zur Erreichung dieser drei Ziele bedarf es nach Worten des Erzbischofs eines multilateralen Ansatzes, „der von Dialog und Ehrlichkeit durchdrungen ist und den eine verantwortungsvolle Zusammenarbeit aller Mitglieder der internationalen Gemeinschaft kennzeichnet“.

Ein weiteres Kennzeichen dieses „multilateralen Ansatzes“ sollte „die Entwicklung und Ingangsetzung eines neuen Paradigmas der kollektiven Sicherheit sein“, fuhr Erzbischof Mamberti fort. Jeder Staat müsse „zur eigenen Sicherheit“ erkennen, wo tatsächlich die Grenzen für den Rückgriff auf Atomwaffen liegen.

„Auf dem komplexen Scheideweg, auf dem sich die Menschheit heute befindet – ein Scheideweg, den eine immer stärker zunehmende gegenseitige Abhängigkeit im wirtschaftlichen, politischen, sozialen und Umweltbereich kennzeichnet –, stellt die Gewaltanwendung nicht länger eine Lösung dar, die die Zeiten überdauert: Sie nährt eine gegenseitige Zaghaftigkeit und zeugt von einem verzerrten Sinn für Prioritäten, die sich in kurzsichtiger Weise ungeheurer großer Ressourcen bedient. Der Versuchung, auf neue Situationen mit alten Mitteln zu antworten, muss widerstanden werden.“