Heiliger Stuhl: Einwanderer brauchen ihre Angehörigen

Humane Lebensbedingungen sind Voraussetzung für eine gute Enwicklung

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MANILA, Philippinen, 4. November 2008 (ZENIT.org).- Einwanderer können nur dann ihren Beitrag zur Entwicklung eines Landes leisten, wenn sie selbst humane Lebensbedingungen vorfinden. Dazu gehöre auch das Recht auf Familienzusammenführung, heißt es von Seiten des Heilige Stuhls.



Erzbischof Agostino Marchetto, Sekretär des Päpstlichen Rates der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs, nahm letzte Woche im Namen des Vatikans am Globalen Forum für Migration und Entwicklung in der philippinischen Hauptstadt Manila teil. Vor ranghohen Vertretern aus 160 Ländern appellierte er am Mittwoch (29. Oktober) an die internationale Staatengemeinschaft, die Menschenrechte der Einwanderer zu achten und zu schützen (vgl. Ansprache in der Originalsprache Englisch).

Die Rechte aller Migranten müssten geachtet werden, ganz gleich, was ihr jeweiliger Status sei, bekräftigte der Kurienerzbischof. In besonderer Weise müsse darauf geachtet werden, „dass Diskriminierung verhindert wird und verletzliche Migranten wie Frauen, unbegleitete Minderjährige, ältere Menschen und Personen mit Behinderungen beschützt werden“.

Ohne humane Lebensbedingungen könnten Migranten ihrem Gastgeberland nicht dienen, gab Erzbischof Marchetto zu bedenken. „In diesem Zusammenhang möchte ich an jene Worte erinnern, die Papst Benedikt XVI. am 18. April dieses Jahres in seiner Ansprache an die Vereinten Nationen geäußert hat. Er sagte: Unsere Zukunft wird auf dem Fundament der Menschenrechte errichtet. Wir sprechen hier von einem grundlegenden Kern gemeinsamer Werte und folglich von Rechten, aber auch von Pflichten und Verantwortung. Dazu zählt die Notwendigkeit, menschliche Würde und Gerechtigkeit zu fördern, ohne einen kulturellen Relativismus oder einen kulturellen Imperialismus durchsetzen zu wollen, in voller Achtung des Subsidiaritäts- und des Solidaritätsprinzips.“

Wenn sich Menschen nur kurzfristig in einem fremden Land aufhalten sollten, dürfe das nicht zum Vorwand genommen werden, ihre Menschenrechte zu beschneiden oder sie nicht vollkommen ernst zu nehmen. Neben dem Recht jedes Einwanderers auf Familienzusammenführung sollte insbesondere das Recht auf eine entsprechende Würdigung seiner Leistungen zum Wohl der Gesellschaft größere Beachtung finden.

Erzbischof Marchetto forderte die Regierungen auf, für Bedingungen zu sorgen, die es den Menschen ermöglichten, in der Heimat Arbeit zu finden und ein sicheres und menschenwürdiges Leben zu führen. Andererseits hob der Vertreter des Vatikans hervor, dass die Zusammenführung der Familien für das Gastgeberland von großem Vorteil sei: „Es ist die beste Form, um die Integration der Einwanderer zu fördern und zahlreiche Probleme aus der Welt zu schaffen, vor allem jene, die mit Sicherheit und öffentlicher Ordnung zu tun haben.“

Abschließend rief der Erzbischof dazu auf, Migration nicht als Problem zu sehen, sondern als Geschenk. Einwanderer „helfen uns bei unserer Arbeit. Sie zwingen uns, unser Denken, unsere Wirtschaft und unsere Politik zu öffnen, und sie ermutigen uns bei der Suche nach neuen Modellen… Wir können diese Herausforderung nur gemeinsam meistern – und nur gemeinsam können wir unsere jetzige Welt für eine Zukunft öffnen, die wir alle genießen wollen.“