Heiliger Stuhl: Europa muss Einwanderer und Kinder stärker schützen

Erzbischof Monteiro de Castro vertrat den Vatikan beim Treffen der EU-Justizminister in Spanien

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LANZAROTE, 12. November 2007 (ZENIT.org).- Der Heilige Stuhl hat sich deutlich dafür ausgesprochen, Einwanderern und Kindern in Europa verstärkt zur Hilfe zu kommen, da sie häufig diskriminiert würden.



Erzbischof Manuel Monteiro de Castro, Apostolischer Nuntius in Spanien, nahm als Vertreter des Heiligen Stuhls an der 28. Konferenz der europäischen Justizminister teil, die am 25. und 26. Oktober auf der kanarischen Insel Lanzarote stattfand. In seiner kürzlich veröffentlichten Ansprache kam der Erzbischof auf die „Bedingungen und Mittel“ zu sprechen, die erforderlich sind, um den Zugangs „für so verletzlichen Gruppen wie Einwanderer und Jugendliche“ zum Justizwesen zu erleichtern. Zugleich rief er dazu auf, dass „ihre Rechte geschützt werden sollen und jegliche Form der Diskriminierung ihnen gegenüber verhindert oder behoben wird.“

Aktuelle Europa-Statistiken belegten, dass „solche Menschen auf die eine oder andere Weise unter unterschiedlichen Formen der Ablehnung und unter ungleicher Behandlung am Arbeitsplatz, in der Ausbildung ... und bei der Gesundheitsfürsorge leiden... Ferner werfen Ausbeutung und Misshandlung – darunter auch sexueller Missbrauch –, die die Jugendlichen und die Einwanderer, insbesondere die Frauen, in Mitleidenschaft ziehen, viele moralische und rechtliche Fragen auf.“

In den Augen des Heiligen Stuhls stehen derartige Situationen „in offenkundigem Widerspruch zu den fundamentalen Werten, die in der europäischen Kultur verwurzelt sind und die den Integrationsprozess unter den Völkern Europas inspirieren.“ Man laufe Gefahr, „die grundlegenden Regeln des Zusammenlebens in rein rechtliche Formalitäten umzuwandeln. Diese sind aber häufig nicht wirklich funktionstüchtig, wenn man sie mit den Anforderungen der sozialen Ordnung konfrontiert.“

Hinsichtlich der Lage der politischen Asylsuchenden und Flüchtlinge wies der Nuntius darauf hin, „dass sich die rechtlichen Prozeduren normalerweise auf die Bewilligung ihrer Einreise in das Land beschränken“; mit den Gründen, „deretwegen diese Menschen aus ihren Ursprungsländern flüchten“, würde man sich nicht befassen.

Aus diesem Grund bedürfe es, so Erzbischof Monteiro, „neben der humanitären Verpflichtung auch der Normen und Prozeduren, die die typischen Formen der europäischen Solidarität in rechtliche Termini umsetzen“. Dabei müsse anerkannt werden, „dass die Menschen aufgrund ihrer Würde und der daraus resultierenden Rechte nicht Opfer von Diskriminierung sein dürfen“.