Heiliger Stuhl: Fairer Welthandel, eine moralische Pflicht

Ansprache von Erzbischof Migliore in New York

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NEW YORK, 26. Oktober 2006 (ZENIT.org).- Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York, Erzbischof Celestino Migliore, hat anlässlich der Sitzung der 61. UNO-Vollversammlung zu „Fragen zur makroökonomischen Politik: Internationaler Handel und Entwicklung“ darauf hingewiesen, dass gerechte internationale Märkte zur Lösung vieler Probleme in den Entwicklungsländern beitragen könnten, dass dabei aber die Chance eines fairen Handels für die Armen von entscheidender Bedeutung sei.



In seiner Ansprache vom 17. Oktober, die kürzlich vom Pressebüro des Heiligen Stuhls veröffentlicht wurde, forderte Erzbischof Migliore die 192 UNO-Mitgliedsstaaten nachdrücklich dazu auf, einen fairen Welthandel zu ermöglichen. Dies sei eine moralische Pflicht gegenüber den „Ärmsten der Armen“, fügte er hinzu.

Freier Handel ist für den Apostolischen Nuntius nur dann fair, wenn er der Forderung nach sozialer Gerechtigkeit entspreche. Er sei eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaftswachstum in Entwicklungsländern und keineswegs nur ein Zusatz zur Entwicklungshilfe oder zum Schuldenerlass.

„Allein die jährlichen 225 Milliarden Euro Agrarsubventionen der Industrienationen übersteigen die Entwicklungshilfe für Afrika um das Zehnfache“, gab der Vertreter des Vatikans zu bedenken. Direkte oder indirekte Exportsubventionen unterminierten die Landwirtschaft der ärmsten Länder, kritisierte Erzbischof Migliore, der sich deshalb auch für „Sonderkonditionen für arme Länder“ aussprach. Vor allem die schwächsten Wirtschaftszweige seien zu schützen.