Heiliger Stuhl fordert UNO auf, energischer gegen die Diskriminierung von Mädchen vorzugehen

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NEW YORK, 8. März 2007 (ZENIT.org).- Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York, Erzbischof Celestino Migliore, hat die UNO dazu aufgefordert, bei ihrem Einsatz für die Achtung der Würde von Mädchen auch den Praktiken der pränatalen Geschlechterselektion, der Kindestötung und der Bevorzugung von Jungen entgegenzutreten.



In einem schriftlichen Aufruf der Ständigen Vertretung des Heiligen Stuhls, der am Mittwoch während der 51. Sitzung der UNO-Kommission über den Status der Frau („Commission on the Status of Women“, CSW) an die Kommissionsmitglieder verteilt wurde, werden die verschiedenen Vorschläge zur Bekämpfung der Diskriminierung und der Gewalt gegenüber Mädchen, die im Abschlussdokument enthalten sein werden, ausdrücklich gelobt.

Darüber hinaus wird jedoch betont: „Die Würde und der Wert von Mädchen werden allerdings nicht in vollem Umfang gefördert, wenn die Kommission nicht ebenfalls die wichtigen Themen pränatale Geschlechterselektion, Kindestötung und Bevorzugung von Jungen anspricht. Diese konkreten Punkte müssen in den beschlossenen Schlussfolgerungen (Agreed Conclusions) enthalten sein und in den Resolutionen, die bei der 51. Sitzung der CSW angenommen werden, Unterstützung finden.“

Der Heilige Stuhl wies darauf hin, dass es nun an der Zeit sei, „dass die Kommission ihr Schweigen zu diesen wichtigen Themen bricht“. Das keineswegs unbekannte Thema der pränatalen Geschlechterselektion sei bisher noch nie zu einem Anlass konkreter Maßnahmen geworden.

Das britische Ärztejournal „The Lancet“ veröffentlichte Anfang Januar eine Studie, aus der hervorgeht, dass in den vergangenen 20 Jahren die Geburt von 10 Millionen indischen Mädchen durch selektive Abtreibung verhindert wurde. Diese Praxis der vorgeburtlichen Selektion und der selektiven Abtreibung ist zwar gesetzlich verboten, wird aber dennoch in zahlreichen Krankenhäusern und Kliniken Indiens durchgeführt.

Die Kommission über den Status der Frau ist eine Einrichtung des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen (ECOSOC). Ihre diesjährige Vollversammlung, die am 26. Februar eröffnet wurde, geht morgen zu Ende.