Heiliger Stuhl: Friedensförderung ist Aufgabe jeder Religon

Kardinal Tauran beim internationalen Friedenstreffen in Neapel

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NEAPEL, 23. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Kardinal Jean-Louis Tauran, Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, rief am Montag beim internationalen Friedenstreffen in Neapel dazu auf, jede Gewalt abzulehnen und zur Förderung des Friedens beizutragen.



An diese beiden Grundprämissen für jeden echten Dialog zwischen den Religionen erinnerte der Kardinal während eines Rundes Tisches zum Thema: „Religionen im Dialog für eine gewaltfreie Welt“. Das 21. Internationale Interreligiöse Friedenstreffen, das von der Gemeinschaft Sant'Egidio gemeinsam mit der Erzdiözese Neapel ausgetragen wurde, ging heute, Dienstag, zu Ende.

„Wir müssen unserem eigenen Fahrplan folgen: Religionen müssen für den Frieden stehen“, betonte Kardinal Tauran, der sein neues Amt am 1. September angetreten hatte. „Der Terrorismus erfüllt denjenigen mit Bosheit, der sich ihm anschließt. Jede Gewalt, die im Namen des Glaubens gerechtfertigt wird, ist eine Entweihung des Namen Gottes“, fügte er mit Worten Benedikts XVI. hinzu.

Der Kardinal beklagte die Deckung von Verbrechen wie ethnische Säuberungen und Konzentrationslager, die nach dem Zweiten Weltkrieg eigentlich verschwunden sein sollten, um anschließend seine große Hoffnung einer umfassenden interreligiösen Zusammenarbeit in Worte zu fassen: „ein Heer von Männern und Frauen, die an den Frieden glauben und ihre Hände zum Himmel erheben“. So handelten alle, die „davon überzeugt sind, dass die Situationen der Gewalt überwunden werden können, wenn man ihnen mit Güte entgegentritt“.

Der interreligiöse Dialog ist, wie Kardinal Tauran hervorhob, „für alle ein Pilgerweg und ein Risiko“: Wenn man einen Dialog eingeht, mache man sich daran, unterschiedliche Situationen wahrzunehmen, und sei bereit, sich auf die Fragen anderer Menschen einzulassen.