Heiliger Stuhl: Ja zur geplanten Anti-Terror-Konvention, Nein zur Verletzung von Menschenrechten

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NEW YORK, 18. Oktober 2006 (ZENIT.org).- Im Namen des Heiligen Stuhls hat Erzbischof Celestino Migliore am Montag in New York die internationale Staatengemeinschaft zur Annahme einer Anti-Terror-Konvention aufgerufen, die keine Gefahr für die Menschenrechte darstellt.



Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen sprach sich vor dem Komitee der UNO-Generalversammlung, das sich mit den Maßnahmen zur Ausrottung des internationalen Terrors befasst, für eine umfassende Übereinkunft vor, die einen bindenden Charakter haben müsse.

„Meine Delegation ist der Ansicht, dass es bei der Diskussion über die Annahme einer Konvention wichtig ist, von Anfang an klarzustellen, dass wirksame Maßnahmen zur Terrorbekämpfung und der Schutz der Menschenrechte nicht zwei widersprüchliche Ziele sind“, so der Erzbischof. Die Maßnahmen müssten vielmehr im Dienst der Menschenrechte stehen, „denn der Schutz der Menschenrechte ist das vorrangige Ziel jeder Anti-Terrorismus-Strategie“.

Der Grund dafür, warum Terrorismus niemals geduldet werden dürfe, liegt nach Erzbischof Migliore gerade darin, dass er keinerlei Achtung vor dem Menschen und dem menschlichen Leben kenne. Das ginge soweit, „dass völlig unschuldige Menschen und sogar ganze Bevölkerungen als menschliche Schutzschilder verwendet werden, um Terroristen und deren Waffen zu verstecken und zu schützen”, kritisierte er.

Strategien zur Terrorbekämpfung „dürfen nicht im Namen der Sicherheit die Menschenrechte opfern“, bekräftigte der Vertreter des Vatikans. Ehe es dazu komme, müssten die jeweiligen Maßnahmen zurückgenommen werden, denn ansonsten würden – abgesehen von den Folgen für die betroffene Bevölkerung – die ursprünglich guten Absichten verraten und jede moralische Kraft verloren gehen.

„Es darf niemals zugelassen werden, dass Terroristen auf ein solches Defizit hinweisen”, das sie in ihren Machenschaften nur zusätzlich bestärken würde, mahnte Erzbischof Migliore, der schließlich noch darauf hinwies, dass auch die verhafteten Terroristen eine Behandlung erfahren müssten, die den international gültigen Standards entspreche – selbst dann, wenn diese Menschen das menschliche Leben verachteten.