Heiliger Stuhl: Jahresabschluss 2005 fällt positiv aus

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ROM, 12. Juli 2006 (ZENIT.org).- Das positive Ergebnis des Jahresabschlusses des Heiligen Stuhls für das Jahr 2005, der heute im Pressesaal des Vatikans vorgestellt worden ist, liefert mit 9,7 Millionen Euros den "besten Wert der letzten acht Jahre".



Dieses zweite positive Ergebnis in zwei aufeinander folgenden Jahren bezeichnete Kardinal Sergio Sebastiani, Präsident der Präfektur für die Wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls, am Mittwochvormittag als "gute Nachricht".

Hinsichtlich der Bilanz 2004 "stellt das jetzige Ergebnis eine Verbesserung um rund 6,6 Millionen Euro dar", fügte der Kurienkardinal gemäß einer Presseerklärung des Heiligen Stuhls hinzu.

Kardinal Sebastiani stellte diese Zahlen, die am 4. Juli das zuständige Kardinalsgremium passierte hatten, im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Und wie jedes Jahr erinnerte er auch diesmal daran, dass sie sich auf die Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls (APSA) beziehen, die für die Verwaltung der Büros und verschiedenen Abteilungen der Römischen Kurie zuständig ist: insbesondere der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, der Apostolischen Kammer, von "Radio Vatikan" und dem vatikanischen Fernsehzentrum CTV, des "Osservatore Romano", der vatikanischen Druckerei sowie des vatikanische Verlagshauses "Libreria Editrice Vaticana".

Die Dikasterien, die Bischofssynode, die päpstlichen Vertretungen, die Gerichte und andere Einheiten brachten im Allgemeinen keinerlei Erträge, da all diese Institutionen "dem Heiligen Vater in seinem Auftrag als universaler Hirte aus nächster Nähe behilflich sind", so Kardinal Sebastiani. Sie verursachten im vergangenen Jahr ein Defizit von 36,9 Millionen Euro, das sind um 23,2 Millionen Euro mehr als im Jahr 2004.

Dafür habe es auf der Aktivseite mit 43,3 Millionen Euro ein überaus positives Ergebnis gegeben, erklärte der Kardinal. Im Jahr 2004 gab es ein Plus von 6,1 Millionen. Diese Verbesserung sei vor allem auf die besseren Wechselkurse zurückzuführen.

Beim Anlagevermögen wurde laut Kardinal Sebastiani ein Nettoergebnis von 22,2 Millionen Euro erzielt (Im Jahr 2004 waren es rund 24,9 Millionen gewesen). Im Medienbereich gab es einen Verlust von 11,8 Millionen Euro – "hauptsächlich aufgrund der negativen Ergebnisse von 'Radio Vatikan' (rund 23,5 Millionen Euro) und des 'Osservatore Romano' (4,6 Millionen Euro)". Das vatikanische Druckereihaus und das vatikanische Fernsehzentrum CTV hätten dagegen positiv abschließen können, mit 653.000 Euro beziehungsweise 650.000 Euro.

Auch die "Libreria Editrice Vaticana" beendete das Jahr 2005 mit einer positiven Handelsbilanz von 934.000 Euro und einem Wachstum des Handelsvolumens von 8,3 auf 12,1 Millionen Euro. Diesbezüglich betonte Kardinal Sebastiani, dass man nicht vergessen dürfe, dass dem vatikanischen Verlagshaus "die (immerwährende und weltweite) Ausübung und Treuhandschaft sämtlicher Urheberrechte all jener Dokumente anvertraut worden ist, mittels derer der Heilige Vater sein Lehramt ausübt".

Der Posten "Sonstige Erträge und Aufwendungen" habe ein Defizit von 7 Millionen Euros gebracht. Dabei handle es sich vor allem jene Kosten, die in der Zeit der Sedisvakanz anfielen, in der Zeitspanne nach dem Ableben Papst Johannes Pauls II. bis zur Wahl seines Nachfolgers Papst Benedikts XVI.

Neben dieser Jahresabschlussbilanz des Heiligen Stuhls stellte Kardinal Sebastiani auch den Jahresabschluss 2005 der Vatikanstadt vor. Dieser erzielte ein positives Ergebnis von 29,6 Millionen Euro. Das Governatorato des Stadtstaates hat die Kosten von Radio Vatikan teilweise gedeckt, indem es für die Hälfte seines Defizits (11,8 Millionen Euro) aufkam.