Heiliger Stuhl: Katholiken und Buddhisten sollen gemeinsam für eine „Erziehung zum Frieden“ eintreten

Grußbotschaft des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog zum buddhistischen Vesakh-Fest

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ROM, 26. April 2007 (ZENIT.org).- In seiner diesjährigen Grußbotschaft zum Vesakh-Fest, dem wichtigsten buddhistischen Feiertag, unterstreicht Kardinal Paul Poupard, Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialogs, dass die Erziehung für den Frieden in der Welt von grundlegender Bedeutung ist und von allen Teilen der Gesellschaft entsprechend begünstigt werden sollte.



Das Vesakh-Fest, das an die Geburt, die Erleuchtung und den Tod des Fürstensohnes Siddhartha Gautama erinnern soll, der später „Buddha“ (der „Erleuchtete“) genannt wurde und den Buddhismus begründete, wird in Deutschland am 14. Mai begangen.

Der Titel des Schreibens, das am Mittwoch vom Heiligen Stuhl veröffentlicht wurde, lautet: „Christen und Buddhisten: die Gemeinschaften zu einem Leben in Eintracht und Frieden erziehen“. Es wird darin insbesondere die Notwendigkeit hervorgehoben, die anderen Menschen und ihre religiösen Anschauungen kennen zu lernen, um Vorurteile und Missverständnisse auszuräumen.

Zur Überwindung derartiger Hindernisse bedarf es nach Kardinal Poupard seitens der Verantwortungsträger der Zivilgesellschaft und der religiösen Hirten eines unermüdlichen Einsatzes; aber auch alle anderen Mitglieder der Gesellschaft seien für die „Erziehung zum Frieden“ verantwortlich.

Der Kurienkardinal weist zunächst darauf hin, dass diese Erziehung in der Familie ihren Anfang nehme, in der „Keimzelle der Gesellschaft“. Hier müsse man sich zuallererst darum bemühen, „die traditionellen und gesunden Werte an die Kinder weiterzugeben“.

Die jüngeren Generationen verdienten es, in jeder Hinsicht zu wachsen – „und tatsächlich reifen sie dank einer Erziehung, die auf Werten beruht“, bekräftigt Kardinal Poupard. In diesem Fall spricht er von Werten, die „den Respekt, die Annahme, die Anteilnahme und die Gleichheit“ stärken.

Die öffentlichen und konfessionellen Schulen müssten alles unternehmen, was in ihrer Macht steht, „um die Eltern bei der heiklen aber erfreuenden Pflicht der Erziehung ihrer eigenen Kinder zu unterstützen“. Konkret geschehe das „in der Wertschätzung für all das, was gut und wahr ist“.

In der Botschaft des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog werden auch die Sonnen- und Schattenseiten der Medienwelt hinsichtlich der Formung beziehungsweise der Verformung junger Menschen aufgezeigt. Jene, die in der Medienbranche arbeiten, werden dazu aufgerufen, sich von ihrem „moralischen Gewissen“ leiten zu lassen und mit allen Kräften danach zu streben, „Kenntnisse zu vermitteln, soziale Werte zu bewahren und die transzendente Dimension des Lebens, die aus der geistigen Natur jedes Individuums herrührt, darzustellen“.

Das Ziel jeder wahren Erziehung bestehe im Letzten darin, „den einzelnen dahin zu bringen, das eigentliche Ziel des Lebens zu entdecken“. Diese Entdeckung veranlasse den Menschen, seinen Mitmenschen zu dienen.

Kardinal Poupard verweist in der Grußbotschaft an die Buddhisten auch auf die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils, nach der jeder Mensch eine gemeinsame Herkunft und eine gemeinsame Bestimmung besitzt, nämlich Gott, der der Schöpfer und das letzte Ziel der irdischen Pilgerschaft aller Menschen ist.

Weltweit gibt es rund 360 Millionen Buddhisten. Die große Mehrheit lebt in Asien.

„Katholiken und Buddhisten unterhalten gute Beziehungen, und unsere Kontakte, unsere Zusammenarbeit und die Verwirklichung der verschiedenen Projekte haben uns geholfen, unsere Kenntnis des jeweils anderen zu vertiefen“, schreibt Kardinal Poupard. Und er schließt, indem er seinen tiefen Wunsch äußert, dass Buddhisten und Katholiken auch in Zukunft mit vereinten Kräften „zu Frieden und Eintracht in unseren Gesellschaften und in der Welt“ beitragen werden.