Heiliger Stuhl: Lösung des Nahost-Konflikts setzt „neue, allumfassende Sicht“ voraus

Erzbischof Migliore vor den Vereinten Nationen in New York

| 526 klicks

ROM, 20. November 2006 (ZENIT.org).- Um den Friedensprozess im Heiligen Land wieder neu anzukurbeln, müsse die Wurzel des Konflikts, „das Problem der grundlegenden Ungerechtigkeit“, angegangen werden, mahnte Erzbischof Celestino Migliore am Freitag in New York.



Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen kritisierte vor der 61. UNO-Vollversammlung die „traurige Tatsache“, dass es die internationale Staatengemeinschaft nicht schaffe, Israeli und Palästinenser zu substantiellen Gesprächen zu bewegen und ihren Auseinadersetzungen Einhalt zu gebieten – obwohl die Aufgabe der UNO gerade darin bestehe, mit aller Kraft eine rasche Annäherung der beiden Seiten herbeizuführen.

Erzbischof Migliore wies darauf hin, dass es nicht damit getan sei, eine „Litanei von Symptomen“ anzufertigen, ohne auf die Wurzel eines Konflikts einzugehen, der von Tag zu Tag an Härte und Dramatik zunehme. Der offizielle Vertreter des Heiligen Stuhls führte den Anwesenden die Dringlichkeit zu engagiertem Handeln deutlich vor Augen und bekräftige: „Der einzige Friede, der in dieser Region Bestand haben kann, muss wirklich umfassend sein. Er wird alle Entscheidungsträger in der Region des Nahen Osten einbeziehen und auf bilateralen Friedensverträgen und multilateralen Abkommen zu allen Fragen des gemeinsamen Interesses gründen müssen, einschließlich des Wassers, der Umwelt und des Handels. Damit das geschehen kann, bedarf es einer neuen, allumfassenden Sich, die konkrete Friedenspläne in Gang bringen wird.“

Der Apostolische Nuntius betonte, dass der Heilige Stuhl mit der Zivilbevölkerung in Palästina, die aufgrund der letzten Angriffe leiden müsse, besonders verbunden sei. Zudem erinnerte er die Worte des Papstes zum Angelus-Gebet vom 5. November. Damals hatte der Heilige Vater an die Konfliktparteien im Heiligen Land und an die internationale Staatengemeinschaft appelliert, die Kämpfe im Gazastreifen zu beenden.

Benedikt XVI. hatte die Gläubigen in aller Welt dazu aufgefordert, mit ihm dafür zu beten, „dass der allmächtige und barmherzige Gott die israelischen und palästinensischen Autoritäten erleuchte“. Außerdem galt diese Bitte auch jenen Nationen, „die in dieser Region eine besondere Verantwortung tragen“. Der Papst hegt die Hoffnung, dass sich diese Länder engagiert für ein Ende des Blutvergießens einsetzen: durch humanitäre Hilfsinitiativen sowie durch die „Förderung der sofortigen Wiederaufnahme von direkten, ernsthaften und konkreten Verhandlungen“.

Der Heilige Stuhl setzt sich für eine rasche Umsetzung der Idee einer Zwei-Staaten-Lösung ein.