Heiliger Stuhl: Mehr internationale Unterstützung für Afrika!

Erzbischof Migliore verweist in New York auf die grundlegende Bedeutung des Bildungswesens

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ROM, 24. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Der Heilige Stuhl wertet das jüngste Wirtschaftswachstum in Afrika als ermutigend, betont aber zugleich, dass dem Kontinent noch sehr geholfen werden müsse; vor allem leide er unter „Brain Drain“, der Abwanderung von qualifizierten und ausgebildeten Arbeitnehmern in die reichen Länder.



Auf diese Problematik wies Erzbischof Celestino Migliore, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, am Freitag während der 62. Tagung der UNO-Vollversammlung in New York hin. Im Mittelpunkt der Beratungen stand das Hilfsprogramm „New Partnership for Africa's Development“.

Mit Blick auf das steigende Wirtschaftswachstum auf dem Schwarzen Kontinent bemerkte der Erzbischof zu diesem neuen Programm: „Diese Afrika eigene und von Afrika gesteuerte Perspektive mit ihrem strategischen Rahmen für die Erneuerung Afrikas hat in erheblichem Maße zu diesem Wachstum beigetragen. Dennoch stehen diese positiven Zeichen im krassen Gegensatz zu den Konfliktsituationen und einer Wirklichkeit mit extremen Formen der Armut, die nur schwer auszumerzen ist. Afrika hinkt nach wie vor den meisten Regionen der Welt hinterher. Deshalb bleibt auch die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft entscheidend. Sie muss Afrika beizustehen, damit es sich den großen Herausforderungen stellen und seine jüngsten Erfolge konsolidieren kann.“

Erzbischof Migliore sprach sich anschließend ausdrücklich für weitere internationale Initiativen zur Friedenskonsolidierung in Afrika aus: „Initiativen wie die das Kontinentale Frühwarnsystem und die Warnsysteme für regionale Konflikte verdienen seitens der internationalen Gemeinschaft großzügige Unterstützung, damit der Kontinent die zunehmende Übernahme seiner Eigenverantwortung in den Bereichen Konfliktverhütung, Friedenssicherung und Friedensstabilisierung in der Zeit nach dem Ende von Konflikten weiter ausbauen kann.“

Was die sozioökonomische Lage angeht, erklärte der offizielle Vertreter des Vatikans: „Um sich den Herausforderungen der Armutsbeseitigung und nachhaltigen Entwicklung zu stellen, benötigt Afrika eine umfassende Lösung für die untragbare Schuldenlasten einiger seiner Länder und gerechteren Zugang zum Weltmarkt – durch eine ausgewogene Integration in das internationale Handelssystem.“ Von den entwickelten Ländern forderte Erzbischof in diesem Zusammenhang „die rechtzeitige Zahlung“ der vereinbarten „0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts für die öffentliche Entwicklungshilfe“.

Er mahnte zu einer „besseren Abstimmung zwischen der internationalen Unterstützung und den jeweiligen Prioritäten, die das Projekt ‚New Partnership for Africa's Development‘ (NEPAD) setzt, um Ziele wie „größere und langfristige Investitionen in Afrikas öffentlichen und privaten Sektor, den Austausch von Technologien, ein besseres Bildungs- und Gesundheitswesen“ zu erreichen. „Die internationale Gemeinschaft ist aufgerufen, jene Entwicklungsstrategien der afrikanischen Länder zu unterstützen, die eine Kultur der Solidarität fördern, so dass ihre wirtschaftliche Entwicklung mit einer ganzheitlichen menschlichen Entwicklung Hand in Hand gehen kann.“

Für den afrikanischen Kontinent habe das Thema Bildung Priorität, hob der Repräsentant des Heiligen Vaters anschließend hervor. „Bildung muss im Mittelpunkt der Ziele und Prioritäten der NEPAD stehen, und zwar nicht nur als ein Ziel an sich, sondern auch als Mittel, um die anderen Ziele zu erreichen“, sagte er. „Strategische Partnerschaften in Bildung und Ausbildung zwischen den Institutionen in Afrika und der entwickelten Welt werden ohne Zweifel zu Fortschritten in allen Bereichen führen.“

Die Auswanderung von qualifizierten Arbeitskräften stellt nach Worten des Erzbischofs ein besonders ernstes Problem dar. „Afrika leidet in der Tat unter ‚Brain Drain‘, weil viel seines ausgebildeten, talentierten und qualifizierten menschlichen Kapitals – vor allem, was das Gesundheitswesen angeht – den Kontinent aufgrund aussichtsreicherer wirtschaftlicher Möglichkeiten in den reichen Ländern verlässt.“

Abschließend bekräftigte der Erzbischof Migliore: „Dauerhafte Kriege und ihre schädlichen Auswirkungen im Hinblick auf die Vertriebenen und Flüchtlinge, auf abscheuliche Verbrechen wie die Existenz von Kindersoldaten und Gewalt gegen Frauen sollten uns daran erinnern, dass in Afrika Frieden und kollektive Sicherheit untrennbar mit der menschlichen Entwicklung verbunden sind.“