Heiliger Stuhl: Mehr Solidarität mit Flüchtlingen

Ansprache von Erzbischof Tomasi vor dem UN-Flüchtlingskommissariat

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GENF, 5. Juli 2007 (ZENIT.org).- Das Teilen der Lasten, sowohl was die finanziellen Mittel betrifft wie auch die Bereitstellung von Siedlungen, stellt hinsichtlich des Flüchtlingsproblems in den Augen des Ständigen Beobachters des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf weiterhin eine große Herausforderung für die internationale Gemeinschaft dar.



Erzbischof Silvano M. Tomasi wies am 25. Juni vor dem Exekutivkomitee des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) darauf hin, dass die Zahl der Flüchtlinge, für die das Hochkommissariat zuständig sei, 32 Millionen betrage und dass sie uns immerfort die bestehenden Konflikte und Verstöße gegen die Menschenrechte vor Augen führten. Die große Frage bestehe nun darin, wie die internationale Staatengemeinschaft ihrer Verpflichtung gerecht werden könne, diesen Menschen den ihnen gebührenden Schutz zukommen lassen – in einer Situation des „normativen Vakuums für den Schutz dieser Menschen, die den Tod finden, während sie versuchen, anderen Formen des physischen oder psychischen Todes zu entfliehen“.

Die mahnenden Worte von Erzbischof Tomasi, die vom Heiligen Stuhl am Mittwoch veröffentlicht wurden, fielen im Rahmen der 39. Sitzung des Ständigen Ausschusses des Exekutivkomitees des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen, die vom 25. bis zum 27. Juni in Genf abgehalten wurde.

Als einen ersten Schritt schlug der offizielle Vertreter des Heiligen Stuhls dem Flüchtlingshochkommissariat vor, das Thema der „Koordination von Maßnahmen, die sich gezielt auf dieses überregionale Problem konzentrieren und neue Entwicklungen berücksichtigen, auf der Ebene der Vereinten Nationen zur Sprache bringen“. Darüber hinaus ermutigte er dazu, „eine systematische Studie zur Gewährleistung des Schutzes in Auftrag zu geben und sogar eine besondere Schutztruppe einzurichten“. Auf lange Sicht sei allerdings ein positiver und vorbeugender Ansatz erforderlich, der „die Bedingungen an den Ursprungsorten“ verbessere.

Erzbischof Tomasi verwies auf die Lage der Flüchtlinge im Nahen Osten und die sich verschlimmernde Situation der Bereinigung von ethnischen und religiösen Minderheiten. Dabei seien „besonders die Christen einer neuen Ära des Martyriums ausgesetzt“.

Mit Worten Benedikts XVI. bekräftigte der Erzbischof: „Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen Gastfreundschaft zu gewähren, ist eine Pflicht, die der menschlichen Solidarität entspringt – damit sie nicht das Gefühl haben, aufgrund von Intoleranz und Gleichgültigkeit allein gelassen zu werden“ (vgl. Päpstlicher Appell zum diesjährigen Weltflüchtlingstag).