Heiliger Stuhl ratifiziert Abkommen über Verbot von Atomwaffen

Auch scharfe Verurteilung des illegalen Kleinwaffenverkaufs

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VATIKAN, 20. Juli 2001 ZENIT.org.- Der apostolische Nuntius und ständige Beobachter des Heiligen Stuhles bei der UNO, Erzbischof Renato R. Martino, deponierte das Ratifizierungsinstrument des Allgemeinen Vertrages über das Verbot von Atomversuchen (CTBT) in der Rechtsabteilung der UNO. Der CTBT wurde von der Generalversammlung der UNO am 10. September 1996 angenommen und vom Heiligen Stuhl am 24. September desselben Jahres unterzeichnet.



Bei der Ratifizierung des Vertrages wiederholte der Heilige Stuhl, was er bereits vor fünf Jahren vertrat, nämlich, dass im Bereich von Atomwaffen das Verbot von Atomversuchen und die Weiterentwicklung dieser Waffen sowie die Abrüstung und Lieferstopp derselben eng miteinander verbunden sind. So bald wie möglich müsse der Vertrag realisiert werden und zwar unter internationaler Kontrolle.

Erzbischof Martino wiederholte die feste Überzeugung des Heiligen Stuhles, "dass Atomwaffen mit dem Frieden, den wir im 21. Jahrhundert suchen, nicht in Einklang zu bringen sind". Auch brachte er die Unterstützung seitens des Vatikans zum Ausdruck hinsichtlich der Verhinderung des illegalen Kleinwaffenhandels, der nur irregulären Machtgruppen, Guerillas und Terroristen zu Gute komme und durch die Drogenkartelle und das organisierte Verbrechen verheerende Auswirkungen zeitige.

Auch sprach er sich für die völlige Eliminierung von Minenfeldern, chemischen Waffen und für einen Vertrag über biologische Waffen aus.

Das menschliche Gewissen müsse sich im Klaren sein, dass alle Massenvernichtungswaffen die wahren Prinzipien friedlicher Koexistenz, Zusammenarbeit und Solidarität unter den Nationen und Völkern verletze.

In dem beigefügten vatikanischen Text bringt der Heilige Stuhl seine Haltung bezüglich des CTBT zum Ausdruck: "In Übereinstimmung mit der Natur und den besonderen Bedingungen des Vatikanstaates möchte der Heilige Stuhl durch diese Ratifizierung zum Fortschritt und zur Förderung einer Friedenskultur beitragen, die auf dem Primat des Gesetzes und der Achtung vor dem menschlichen Leben gründet. Zu Beginn des dritten Jahrtausends repräsentiert die Einführung eines allgemeinen und vollkommenen Abrüstungssystems, das im Stande ist, ein Klima des Vertrauens, der Zusammenarbeit und Achtung vor den anderen Staaten zu schaffen, einen unerlässlichen Aspekt bei der konkreten Verwirklichung einer Kultur des Lebens und des Friedens. Durch die moralische Unterstützung des CTBT vermittels dieses feierlichen Ratifizierungsaktes ermutigt der Heilige Stuhl die ganze internationale Gemeinschaft, die sich der verschiedenen Herausforderungen auf dem Wege der nuklearen Abrüstung bewusst ist, ihre Bemühungen zu intensivieren, um die Umsetzung des genannten Vertrages zuzusichern".