Heiliger Stuhl: Religionen tragen zum Friedensprozess im Heiligen Land bei

Kongress der Vereinten Nationen über die Rechte der Palästinenser

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ROM, 27. März 2007 (ZENIT.org).- Der Untersekretär des vatikanischen Staatssekretariats für die Beziehungen mit den Staaten, Msgr. Pietro Parolin, hat im Rahmen eines internationalen Kongresses darauf hingewiesen, dass die verschiedenen Religionen den Friedensprozess im Heiligen Land beschleunigen könnten.



Es sei ein sehr positives Zeichen, dass die neue palästinensische Einheitsregierung „das Ergebnis eines Kompromisses zwischen den größten politischen Gruppen in Palästina ist“, erklärte der Vertreter des Heiligen Stuhls am Donnerstag. Durch diesen Schritt habe der monatelang anhaltende bewaffnete Konflikt beendet werden können, „der unter der palästinensischen Bevölkerung, die schon so sehr zu leiden hat, zahlreiche Tote forderte“. In vielen Fällen seien unschuldige Menschen in den Tod gerissen worden, fügte Msgr. Parolin hinzu. Der Kongress, an dem er teilnahm, war von jenem UNO-Ausschuss organisiert worden, der sich dem Schutz der Rechte der palästinensischen Völker widmet. Seine Ansprache wurde am Montag vom Pressesaal des Heiligen Stuhls veröffentlicht.

„Tausende von Katholiken leben in diesem Land, das wir gerne als das ‚Heilige Land‘ bezeichnen, da es das Gedächtnis an die Ereignisse lebendig hält, die unsere Heilsgeschichte bestimmt haben“, fuhr der Diplomat aus dem Vatikan fort. „Millionen von Katholiken und Christen in der ganzen Welt blicken in der Hoffnung auf dieses Land, eines Tages in der Lage zu sein, es im Rahmen einer Pilgerreise zu durchqueren.“

Mit Worten Benedikts XVI. fuhr Msgr. Parolin fort: „In der jetzigen Lage, die sich durch wenig Licht und viel Schatten auszeichnet, ist es für mich ein Grund des Trostes und der Hoffnung zu wissen, dass die christlichen Gemeinden des Nahen Ostens, deren schwere Leiden mir voll und ganz gegenwärtig sind, weiterhin lebendige und tatkräftige Gemeinschaften bleiben und ihren Glauben in den sie umgebenden Gesellschaften durch ihre besondere Identität mit Entschiedenheit bezeugen. Sie wollen dazu beitragen, die dringenden Bedürfnisse ihrer jeweiligen Gesellschaft und der ganzen Region in konstruktiver Weise zu erleichtern.“

Der Papst hatte in seiner Weihnachtsbotschaft 2006 an die Katholiken in den Ländern des Nahen Ostens, aus der der zitierte Abschnitt stammt, unter anderem auch erklärt, dass die Nachrichten, die jeden Tag aus dem Nahen Osten kommen, eine stetige Zunahme dramatischer Situationen zeigten, „die fast ausweglos sind. Es sind Ereignisse, die in den Menschen, die darin verwickelt sind, natürlich Gegenklagen und Wut hervorrufen und die Gemüter auf Vergeltung und Rache einstimmen.“

Msgr. Parolin beschloss seine Ausführungen, indem er die tiefe Überzeugung des Heiligen Stuhls zum Ausdruck brachte, „dass die verschiedenen religiösen Bekenntnisse im Heiligen Land einen entscheidenden Beitrag zur Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern leisten können, gerade indem sie sich darum bemühen, unter ihren Gläubigen jene Haltungen zu fördern, die ich erwähnt habe.“