Heiliger Stuhl: Solidarität beginnt mit Jobmöglichkeiten für die Jugend

Erzbischof Tomasi auf der 93. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz (IAO)

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GENF, 15. Juni 2005 (ZENIT.org).- Im Bemühen, der unaufhaltsam voranschreitenden Globalisierung ein menschliches Gesicht zu verleihen, müsse der Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen absolute Priorität eingeräumt werden. Das sagte Erzbischof Silvano Tomasi, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, anlässlich der 93. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz (IAO), die vom 31. Mai bis zum 16. Juni in Genf stattfindet.



Angesichts der erschreckenden Tatsache, "dass im Jahr 2004 global gesehen weniger als die Hälfte der arbeitsfähigen jungen Menschen einer Beschäftigung nachgingen und dass ungefähr 59 Millionen Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren Arbeiten mit hohem Sicherheitsrisiko verrichten mussten", forderte Erzbischof Tomasi am vergangenen Dienstag im Namen des Vatikans einen engagierten Einsatz bei der Schaffung von Jobmöglichkeiten.

In Anlehnung an die Ansprache, die Papst Johannes Paul II. 1982 vor der IAO gehalten hatte, fragte der Vertreter des Heiligen Stuhls in Genf: "Können wir eine Situation dulden, in der so viele junge Menschen ohne die geringste Aussicht auf Arbeit dastehen? Eine Situation, die ihnen zumindest eine Narbe zufügt, die bis an ihr Lebensende bleiben wird?

Der Weg zu einer anständigen Arbeit, die ein anständiges Leben in einer Welt ermöglicht, in der die Globalisierung der Solidarität ein entscheidender Faktor ist, beginnt wahrhaftig mit jungen Frauen und Männern und der Förderung ihrer Beschäftigungsmöglichkeiten", erklärte Erzbischof Tomasi.

Er rief auch zu internationalen Anstrengungen auf, um der schrecklichen Lebenssituation der "mindestens 12,3 Millionen von Menschen Einhalt zu gebieten, die weltweit Opfer von Zwangsarbeit sind".

Im Zeitalter der Globalisierung werde man sich immer mehr bewusst, dass man "nur gemeinsam Fortschritte machen und den richtigen Weg zu einem wahrhaft menschlichenwürdigen Leben finden" könne. "Die raschen Veränderungen können Anlass geben, zu verzweifeln", gab der Erzbischof zu. "Aber der Prozess der Globalisierung geht weiter: Es gilt, alle einzubeziehen und die Hindernisse zu beseitigen, die einer vorteilhaften Entwicklung für alle im Wege stehen. Genau das ist die Verpflichtung, die uns diese 93. Internationale Arbeitskonferenz auferlegt."