Heiliger Stuhl: Umweltschutz, eine moralische Verpflichtung

Anpsrache von Msgr. Parolin vor der UN-Generalversammlung in New York

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NEW YORK, 25. September 2007 (ZENIT.org).- Heute veröffentlichte der Pressesaal des Heiligen Stuhls den Text der Ansprache von Msgr. Pietro Parolin, Untersekretär für die Beziehungen mit den Staaten, die er während der 62. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen gehalten hat. Die Sitzung war dem Problem des Klimawandels gewidmet und trug den Titel: „Die Zukunft liegt in unseren Händen – die Herausforderungen des Klimawandels“.



Msgr. Parolin stellte fest, dass der Klimawandel ein ernsthaftes Problem und eine unausweichliche Verpflichtung darstelle, und bekräftigte im Namen der vatikanischen Delegation, dass der Umweltweltschutz „ein moralischer Imperativ“ sei.

Die vertrauenswürdigsten wissenschaftlichen Studien hätten eine Verbindung zwischen der Aktivität des Menschen und dem Klimawandel festgestellt. „Dennoch dürfen die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Wertungen und die verbleibenden Unsicherheiten im Namen der Politik, der Ideologien oder der persönlichen Interessen weder übertrieben noch minimalisiert werden.“ Es müssten hingegen tiefer gehende Studien durchgeführt werden, um eine feste Grundlage zu schaffen, die es ermögliche, an das Gewissen der Menschen zu appellieren und wirksame politische Maßnahmen zu ergreifen.

Msgr. Parolin bezeichnete die Theorie der anhaltenden Ausbeutung der Ressourcen der Erde, ohne auf die Folgen eines derartigen Verhaltens zu achten, als eine „rücksichtslose Methode“. Auf der anderen Seite stünden jene, die glaubten, dass der Planet das einzige Gut wäre, das wir besitzen, und dass die Menschheit eine unerlösbare Bedrohung für die Erde darstelle, weshalb die Bevölkerung und jede menschliche Aktivität durch drastische Maßnahmen geregelt gehörten. „Wir sind der festen Ansicht, dass solche Behauptungen den Menschen und seine Bedürfnisse einer unmenschlichen Ökologie unterordnen.“

Kein Land kann nach Worten des Vertreters des Heiligen Stuhls die Umweltprobleme alleine lösen. „Das gemeinsame Handeln muss dem persönlichen Interesse vorangestellt werden. Seitens der internationalen Gemeinschaft setzt dies die Anwendung einer koordinierten und wirksamen politischen Strategie voraus, die in der Lage ist, auf eine derart komplexe Frage zu antworten, und die jene Wege und Mittel aufzeigt, die eine tragbare Entwicklung und eine gesunde Umwelt fördern.“

Der wirtschaftliche Aspekt, der mit diesen Lösungswegen verbunden ist, müsse ernsthaft in Betracht gezogen werden, wobei in Rechnung zu stellen sei, dass die armen Länder und bestimmte Teile der Gesellschaft durch die Folgen des Klimawandels besonderen Schaden erlitten, insofern sie geringere Ressourcen und geringere Möglichkeiten hätten, um den schädlichen Folgen entgegenzusteuern und sich an die veränderte Umwelt anzupassen.

„Die Absicht, einen neuen internationalen Konsens zur Frage des Klimawandels zu erreichen, geht nicht immer mit einer gleichfalls schnellen und wirksamen Inkraftsetzung der Protokolle einher. Den Staaten steht es frei, die Verträge und internationalen Konventionen umzusetzen. Wenn unsere Worte aber nicht in wirksames und verantwortliches Handeln übersetzt werden, wird es uns nicht gelingen, einer traurigen Zukunft zu entkommen. Dann könnten wir uns in Kürze wieder hier versammelt vorfinden, um ein weiteres kollektives Scheitern festzustellen.“