Heiliger Stuhl: Wirksamer Umweltschutz erfordert globale Solidarität

Ansprache von Erzbischof Migliore vor der UN-Generalversammlung in New York

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ROM, 4. November 2008 (ZENIT.org).- Die Frage des Umweltschutzes sollte immer im Zusammenhang mit den anderen großen Fragen der heutigen Zeit gesehen werden, bekräftigte vor kurzem Erzbischof Celestino Migliore, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York. Wenn man vom Umweltschutz spreche, müsse man auch von „Energie und Wirtschaft, Friede und Gerechtigkeit, nationalen Interessen und internationaler Solidarität“ sprechen.



Die Gesellschaft könne der Verpflichtung zum Umweltschutz nicht gerecht werden, „wenn sie nicht ernsthaft ihren Lebensstil sowie ihr Konsum- und Produktionsverhalten überdenkt“, betonte Migliore am 28. Oktober während der 63. Sitzung der UN-Generalversammlung. Es sei dringend erforderlich, „zu einer ökologischen Verantwortung zu erziehen“, und diese Erziehung müsse von der Tatsache ausgehen, „dass viele ethische Werte, die für die Entwicklung einer friedlichen Gesellschaft von grundlegender Bedeutung sind, in direkter Verbindung zur Umweltfrage stehen“.

Im Mittelpunkt der Beratungen im UN-Hautquartier stand das Thema: „Globaler Klimaschutz zum Wohl der jetzigen und kommenden Generationen“ („Protection of global climate for present and future generations of mankind“).

Erzbischof Migliore verwies auf den untrennbaren Bund von Mensch und Umwelt, in dem jeder auf den anderen Einfluss habe – „die Umwelt beeinflusst maßgeblich das Leben und die Entwicklung des Menschen, während letzterer durch seine kreative Tätigkeit die Umwelt vervollkommnet und adelt“ –, um anschließend für das Bündnis der beiden Prinzipien Subsidiarität und globaler Solidarität zu werben.

„Die Verantwortung, das Klima zu schützen, verlangt von uns, dass wir die Interaktionen zwischen Nahrungssicherheit und Klimawandel noch stärker intensivieren und die zentrale Stellung des Menschen im Auge haben.“ Besondere Fürsorge sollten die Menschen erfahren, „die am verletzlichsten sind“. Sie lebten meist auf dem Land in den Entwicklungsländern.