Heiliger Stuhl: Wirksamer Umweltschutz erfordert „weltweite Solidarität“

Ansprache von Erzbischof Celestino Migliore vor der UNO-Vollversammlung

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NEW YORK, 20. Februar 2008 (ZENIT.org).- Beim Umweltschutz kommt es auf „weltweite Solidarität“ an. Das bekräftigte Erzbischof Celestino Migliore am vergangenen Mittwoch bei der 62. Vollversammlung der Vereinten Nationen zum Thema „Klimawandel – die UNO im Einsatz mit der ganzen Welt“ in New York.



Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen wies vor den Delegierten der 192 UN-Mitgliedsstaaten darauf hin, dass der Klimaschutz ohne weltweite Zusammenarbeit zum Scheitern verurteilt sei. Die Bali-Konferenz von 2007 habe gezeigt, wie notwendig es ist, den Blick auch auf den Nachbarn zu richten, der vom Klimawandel vielleicht stärker betroffen sei als man selber. Nur so könne die weltweite Perspektive des Klimaeinsatzes politisch sinn- und verantwortungsvoll umgesetzt werden.

Das Schlüsselwort heiße daher „Solidarität“, und diese schließe auch eine gemeinsame Kasse für die notwendigen Initiativen zum Klimaschutz ein, was besonders den finanziell schwächeren Ländern zugute kommen würde.

Die negativen Erfahrungen der Industrieländer auf dem Gebiet der Umweltsünden dürften den weniger entwickelten Ländern nicht vorenthalten werden, betonte der Apostolische Nuntius. Erstere trügen die Verantwortung, ‚saubere Technologien’ weiterzugeben und so den Grundstein für eine dauerhafte Entwicklung der letzteren zu garantieren.

Auch Papst Benedikt habe sich mehrmals öffentlich zu diesem Thema geäußert und dadurch das Gewissen vieler Menschen zur Erhaltung der Schöpfung Gottes wachgerüttelt. Im Vatikan selbst seien bereits Maßnahmen zum Klimaschutz erfolgt, wie etwa die Reduktion von Treibgas oder die Installation von Solarenergieträgern.

Jeder einzelne Mensch und jeder einzelne Staat trage Verantwortung für ein internationales Gleichgewicht, so der Vatikanbeobachter. Klimawandel, wirtschaftliche Erfordernisse und die Grundbedürfnisse des Menschen müssten immer in Relation zueinander gesehen werden.

Einzelne Länder gingen bereits mit gutem Beispiel voran, erklärte Erzbischof Migliore. Es sei aber dringend erforderlich, dass auch die Märkte sich wandelten sowie stärker auf „Grünes Wirtschaften“ setzten und weniger auf Produktionsverfahren, die die Umwelt zerstörten. Gerade hier könne der einzelne Konsument durch sein Kaufverhalten wesentlichen Einfluss ausüben. Verantwortliches Verhalten sei aber auf allen Ebenen erforderlich.

Der Vertreter des Heiligen Vaters äußerte die Hoffnung, dass auf der nächsten Konferenz zum Klimawandel (UNFCCC) in Bangkok von 31. März bis 4. April diese Verflechtung klar herausgestellt werde. Neue nationale Strategien müssten gefunden werden, um eine gerechtere Verwendung und Verteilung der Ressourcen und Technologien zu gewährleisten, besonders im Hinblick auf die unterentwickelten Länder der Erde. Eine internationale politische Koordination für einen verstärkten Umweltschutz sei dafür eine unabdingbare Voraussetzung.