Heiliger Stuhl: Zivilbevölkerung im Konfliktfall besser schützen

Ansprache von Erzbischof Migliore vor dem UN-Sicherheitsrat

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ROM, 16. Januar 2009 (ZENIT.org).- Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Celestino Migliore, forderte während der Debatte im UN-Sicherheitsrat am 14. Januar über den „Schutz der Zivilbevölkerung bei bewaffneten Konflikten“ mehr Respekt für die unschuldige Zivilbevölkerung.



Der Apostolische Nuntius erinnerte daran, dass diese Problematik seit Jahrzehnten debattiert werde. Gleichzeitig jedoch werde die Sicherheit der Zivilbevölkerung in Kriegszonen immer schwieriger und manchmal dramatisch, wie dies vor allem in den letzten Wochen und Monaten und vor allem während des Krieges im Gaza-Streifen, im Irak und im Kongo während der letzten Tage sichtbar geworden sei.

Der Zugang zu humanitärer Hilfe, der besondere Schutz von Kindern und Frauen sowie die Abrüstung stellen nach Worten des Erzbischofs drei Grundbedingungen für einen erhöhten Schutz der Zivilbevölkerung dar.

Migliore bedauerte, dass man feststellen müsse, dass politische und militärische Motivationen wichtiger seien als die Achtung der Würde und der Rechte der Menschen. Genau das sei nämlich der Fall, wenn Waffen und Methoden benützt würden, ohne an Maßnahmen für den Schutz der Bevölkerung zu denken; wenn Kinder und Frauen aus lebendige Schutzschilde eingesetzt würden; wenn im Gaza-Streifen humanitärer Hilfe der Zugang verweigert werde; wenn es im Darfur zur Deportation von Menschen und zur Zerstörung von Häusern komme; wenn im Kongo sexuelle Gewalt das Leben von Frauen und Kindern zerstöre.

Der Schutz der Zivilbevölkerung erfordere in diesem Zusammenhang sowohl einen erneuerten Einsatz im Bereich des humanitären Rechts als auch und vor allem guten Willen und politisches Handeln.

Erzbischof Migliore beklagte die Folgen, die die Entwicklung von neuen Waffen auf die Bevölkerung haben, und betonte, dass der Heilige Stuhl die Ziele der Resolution der jüngsten UN-Vollversammlung zu einer Vereinbarung hinsichtlich des Waffenhandels voll und ganz unterstütze. Dabei handle es sich um einen ersten Schritt, um ein juristisches Instrument zu schaffen, das für den Handel mit Waffen verbindlich sei.