Heiliger Stuhl: Zur Rettung Afrikas ist eine neue politische Kultur vonnöten

Ansprache von Erzbischof Migliore vor der UNO-Vollversammlung in New York

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NEW YORK, 16. Oktober 2006 (ZENIT.org).- Um Afrika zu retten, bedarf es nach Erzbischof Celestino Migliore, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York, einer intensiven und engen Zusammenarbeit, die kulturelle Grenzen überwinden müsse.



„Auf bilateraler und multilateraler Ebene müssen neue Formen der Solidarität geschaffen werden“, betonte der Vatikan-Vertreter in seinem Beitrag über die Rolle neuer Partnerschaften für die Entwicklung Afrikas auf der 61. Generalversammlung der Vereinten Nationen. Nur auf diese Weise könne ein entschlossenes Vorgehen aller Nationen in dem Bewusstsein bewirkt werden, „dass das Wohl der Völker Afrikas eine unverzichtbare Voraussetzung für das Erlangen des Gemeinwohls ist“. Erzbischof Migliore erörterte das Thema „Eine neue Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas. Fortschritte bei der Verwirklichung und der internationalen Unterstützung“.

Die neue Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas („New Partnership for Africa’s Development“, NEPAD) wurde im Oktober 2001 in Abuja (Nigeria) von den Staats- und Regierungschefs in Südafrika, Nigeria, Senegal, Algerien und Ägypten gegründet.

Der Vertreter des Heiligen Stuhls wies darauf hin, dass die NEPAD von Anfang an „besonders begrüßt wurde, weil es sich um eine afrikanischen Einrichtung handelt, die von Afrikanern geleitet wird, die eine gemeinsame afrikanische Vision widerspiegelt und die sich dafür einsetzen will, Armut zu bekämpfen und die Zusammenarbeit hinsichtlich Entwicklung und Wachstums zu fördern. Diese Ziele stimmen mit den Anstrengungen der internationalen Staatengemeinschaft überein, die die Armut bis zum Jahr 2015 halbieren möchte.“

Um dieses Ziel tatsächlich zu erreichen, fuhr Erzbischof Migliore fort, „muss es insbesondere im Bereich der internationalen Zusammenarbeit eine neue politische Kultur geben. Die noch ungelöste Frage der Auslandsverschuldung verschiedener Länder und das Zögern, wenn es darum geht, den betroffenen Staaten bei den internationalen Handelsbeziehungen besondere Beachtung zu schenken, sind Probleme, die dringend einer Lösung bedürfen“.

Eine wesentliche „Voraussetzung für den Frieden in der Welt“ bestehe heute mehr als je zuvor darin, „dass die wechselseitige Abhängigkeit von armen und reichen Ländern anerkannt wird, denn auf diese Weise wird die Entwicklung von uns allen als eine gemeinsame Aufgabe betrachtet werden“. Andernfalls würden selbst jene Gebiete einen Rückschlag erleiden, in denen bisher ein Fortschritt erzielt werden konnte, warnte der Apostolische Nuntius.

Als unterstützende Maßnahme zum Aufbau einer effizienten internationalen Zusammenarbeit forderte die Delegation des Vatikans von den Regierungen der UNO-Mitgliedsstaaten die Einhaltung der Versprechen über die Reduzierung der Auslandsverschuldung beziehungsweise deren Streichung sowie die Bereitstellung von 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Entwicklungshilfe.

Erzbischof Migliore unterstrich auch die Bedeutung des weiteren Bemühens um die Ausbildung der Jugend, die „für das Erreichen der Entwicklungsziele von ausschlaggebender Bedeutung ist“.