„Heiliger Vater, danke“: Begrüßung durch Kardinal Schönborn im Wiener Stephansdom

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WIEN, 9. September 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. zelebrierte am Sonntagvormittag in der Wiener Dom- und Metropolitankirche zu Sankt Stephan ein Hochamt, das ganz im Zeichen der Bewahrung des Sonntags als Tag des Herrn stand.



Der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn hieß den Heiligen Vater willkommen und wies in seinem Grußwort unter anderem darauf hin, dass die Gläubigen in dieser Eucharistiefeier „mit besonderer Dankbarkeit“ für den Nachfolger Petri beten würden.

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Heiliger Vater!

Danke, dass wir mit Ihnen diesen Sonntagsgottesdienst feiern dürfen! Danke, dass Sie mit uns heute den Tag des Herrn verbringen. Damit sagen Sie uns: Haltet den Sonntag hoch!

Heiliger Vater, heute hat der Stephansdom keine Wände. In ganz Österreich und in vielen Ländern der Welt können jetzt, dank der hervorragenden Arbeit von Rundfunk und Fernsehen, viele Menschen mit Ihnen beten und Ihr Wort hören. Auf dem Stephansplatz nehmen viele am Gottesdienst teil, vielleicht unter Regen. Allein 1.000 Ministranten aus der Erzdiözese Wien sind dabei.

Der Dom wird von vielen Menschen geliebt. Zahllose Spender erhalten ihn – ihn, der sozusagen immer eine Baustelle ist, ein Bild der Kirche, die sich stets erneuert. Heiliger Vater, ich bitte Sie um ein ganz besonderes Gedenken unserer vielen Wohltäter des Domes.

Die Dompfarrgemeinde ist heute um den Nachfolger Petri versammelt, für den sie in jeder Eucharistiefeier betet. Sie tut es heute mit besonderer Dankbarkeit.

In Österreich hat sich eine breite „Allianz für den Sonntag“ gebildet. Gemeinsam bemühen wir uns, den Sonntag gegen verschiedene Aushöhlungstendenzen zu verteidigen. So der Österreichische Gewerkschaftsbund, der heute zahlreich hier vertreten ist, aber auch weitsichtige Kreise aus der Wirtschaft, Katholische Organisationen wie die Katholische Aktion oder der Katholische Laienrat, um nur einige zu nennen. Sie alle – wir alle – danken Ihnen, Heiliger Vater, für die Ermutigung, die Sie uns schenken.

Zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens, an ihrer Spitze der Herr Vizekanzler, Mitglieder der Bundesregierung, Landeshauptleute, unser Wiener Bürgermeister, Vertreter des Diplomatischen Corps, Personen aus Wissenschaft und Kultur und viele Gläubige haben sich heute eingefunden, um mit Ihnen das „Geheimnis des Glaubens“ zu feiern und zu bezeugen.

In der ganzen Welt wird heute Sonntag gefeiert. Die Christen versammeln sich, um zu beten. Mit uns beten auch Christen anderer Konfessionen, die den Sonntag hochhalten, und mit denen wir uns in der Ehrung und in der Liebe zum Sonntag verbunden fühlen.

Alle Bischöfe Österreichs sind versammelt, um mit Ihnen, Heiliger Vater, dem Herrn das Eucharistische Opfer darzubringen. Viele andere Bischöfe, Priester, Diakone, Ordensleute freuen sich, mit dem Heiligen Vater den Sonntag zu feiern.

Mit dem Herrn Kardinal-Staatssekretär begrüße ich alle konzelebrierenden Gäste, insbesondere den hochwürdigsten Herrn Apostolischen Nuntius, den Vertreter des Heiligen Vaters in unserem Land.

Heiliger Vater, danke, dass wir durch Ihren Dienst heute wie die Urkirche in Jerusalem sagen können: „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten“ (Apg 2,42). Die heutige sonntägliche Eucharistiefeier mit Ihnen, Heiliger Vater, möge dies alles in uns stärken!

[Wörtliche Abschrift der Grußworte]