Heiliger Willibrord von Echternach

In Dei nomine feliciter

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OBERHAUSEN/ROM, 7. November 2012 (ZENIT.org). Bis in unsere heutige Zeit ist die Basilika von Echternach das Ziel vieler Pilger, um vor dem in der Basilika befindlichen Grab des heiligen Willibrord zu beten. Der alljährliche Höhepunkt ist die jeweils am Pfingstdienstag stattfindende sogenannte „Springprozession“, die von der UNESCO in die Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ aufgenommen wurde. Doch auch der heutige Tag ist ein besonderer Tag, denn der 7. November ist der Gedenktag des heiligen Willibrord, der in der Nacht vom 6. auf den 7. November 739 verstarb.

Die Verehrung des Heiligen, der zunächst in einem Bodengrab in der Basilika bestattet wurde, setzte schnell nach seinem Tod zuerst in seinem Missionsgebiet ein. Die Erzählungen über die Wunder Willibrords und seiner Legenden in den biographischen Schriften Alcuins und Abt Thiofrids trugen zur Verbreitung seines Kultes bei. Regelmäßig suchten die Gläubigen die zahlreichen Willibrordusquellen längs der Missionswege des Heiligen auf, um ihre verschiedenen Leiden zu heilen oder zu lindern.

Seine Missionsarbeit begann Willibrord 690 gemeinsam mit einigen Gefährten an der Rheinmündung um Holland. Die Friesenmission Willibrords stand unter der Fürsprache Pippins II. und erfolgte im Auftrag von Papst Sergius I.

Erst zwei Jahre zuvor, im Jahr 688, war Willibrord zum Priester geweiht worden. Schon im Jungenalter war der Heilige, der am 6. November 658 in Northumbrien geboren worden war, von seinem Vater dem Benediktinerkloster Ripon übergeben worden, um ihm eine hervorragende Ausbildung zu ermöglichen und sein Leben Gott zu weihen.

Nur wenige Jahre nach der Ankunft am Rhein, nämlich 695, wurde Willibrord in Rom zum Erzbischof geweiht. Nach seiner Rückkehr aus Rom kümmerte sich der Heilige weiter um den Auf- und Ausbau von Kirchen und die Missionstätigkeit. Hilfe wurde ihm dabei unter anderem von Irmina, der Äbtissin des Klosters Oeren zuteil, die eine großzügige Schenkung tätigte. Die erste Klosterkirche von Echternach geht auf diese und eine weitere Schenkung aus dem Jahr 704 zurück.

Das Kloster von Echternach war Zufluchtsort Willibrords in politisch unruhigen Zeiten, und er hatte das Kloster als seine letzte Ruhestätte auserwählt. „In dei nomine feliciter“(In Gottes Namen glücklich voran), schrieb der Heilige noch im Alter von 70 Jahren in seine Notizen.

Willibrord starb am 7. November 739 im Kloster Echternach. Bereits um 800 mußte eine größere Kirche errichtet werden, um die zahlreich herbeiströmenden Pilgerscharen aufzunehmen. Nachdem die Kirche 1016 einem Brand zum Opfer gefallen war, wurde 1031 ein neuer Kirchenbau eingeweiht. Während der französischen Revolution wurde der Bau geplündert, die Gebeine des heiligen Willibrord wurden in die Kirche Sankt Peter und Paul verbracht. Der Kirchenbau wurde säkularisiert und diente fortan als Steingutfabrik und Exerzierplatz. Erst 1862, auf die Initiative der Echternacher Bürger wurde der „Echternacher Bauverein“ gegründet, um Geld für den Wiederaufbau der Kirche zu sammeln, der 1868 abgeschlossen war.

1906 wurden die Gebeine des heiligen Willibrord in die frühere Abteikirche überführt, dies eit 1939 den Rang einer päpstlichen Basilika hat. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche am 26. Dezember 1944 während der Sprengung durch die deutschen Truppen schwer beschädigt. 1953 schließlich wurde die wiedererrichtete Kirche eingeweiht.

Bis heute wird jeden Montag um 9.00 Uhr in der Krypta am Grab des heiligen Willibrord die Messe gefeiert. [bd]