Heiliges Jahr in Santiago de Compostela: Der Beitrag des Römischen Pilgerwerks

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ROM, 17. September 2009 (ZENIT.org).- Anlässlich des „Heiligen Compostelanischen Jahres" bietet das Römische Pilgerwerk (Opera Romana Pellegrinaggi) auf Anfrage der Kirche Spaniens seine Hilfe zur Durchführung des Jubeljahres an.



Das „Heilige Compostelanische Jahr" (span. „Año Santo Compostelano" oder „Año Santo Jacobeo", als Kurzform oder Logo auch „Xacobeo") wird immer dann begangen, wenn der Festtag des heiligen Jakobus (25. Juli) wie 2010 auf einen Sonntag fällt. Das Heilige Jahr ist identisch mit dem entsprechenden Kalenderjahr. Es wird am 31. Dezember 2009 mit der Öffnung der Heiligen Pforte (Gnadenpforte) der Kathedrale von Santiago de Compostela eingeleitet. Zuletzt wurde das Heilige Jahr im Jahr 2004 begangen; bis zum nächsten Mal wird es dann elf Jahre dauern: Erst 2021 wird der Namenstag des heiligen Jakobus wieder auf einen Sonntag fallen.

Bis zur letzten Öffnung der Heiligen Pforte am 31. Dezember 2003 war es üblich gewesen, dass eine Wand, mit der die Tür vermauert war, nach drei Schlägen des Erzbischofs eingerissen wurde. Nach dem letzten Heiligen Jahr ist keine neue Wand eingemauert, sondern eine Gittertür eingesetzt worden.

Zum letzten Jubeljahr 2004 waren zwölf Millionen Besucher und Pilger nach Santiago de Compostela gekommen. Anfang Februar hatte der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero Papst Benedikt XVI. zum Heiligen Jahr und den Feiern am 25. Juli nach Santiago de Compostela eingeladen.

Das römische Pilgerwerk wird sich in Zusammenarbeit mit einer wirtschaftlichen Interessenvereinigung aus Europa darum kümmern, die Pilgerreisen nach Santiago mehr den Bedürfnissen der Pilger des 21. Jahrhunderts anzupassen. Dieses Engagement umfasst zunächst die Renovierung der „Casa de Deán", eines alten Hauses aus dem 16. Jahrhundert. Der Baustil dieses Hauses zeigt den typischen Baustil jenes Jahrhunderts. Das Haus war früher im Besitz der katholischen Kirche. Es stand bis heute leer und wird jetzt zu einem Begegnungszentrum.

Außerdem kümmert sich das Pilgerwerk auch um die Ausbildung pastoraler Mitarbeiter für die Aufnahme der Pilger und ist darüber hinaus an der Organisierung der Besuche in der Kathedrale sowie an der Unterstützung der Pilger auf dem Jakobsweg beteiligt.

Der Jakobsweg (span. Camino de Santiago) ist neben dem Weg nach Jerusalem und Rom einer der drei großen Pilgerwege der christlichen Geschichte Europas und führt zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela. Darunter wird in erster Linie der Camino Francés verstanden, jene hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse Nordspaniens, die von den Pyrenäen zum Jakobsgrab reicht und dabei die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León miteinander verbindet. Die Entstehung dieser Route fällt in ihrem auch heute begangenen Verlauf in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts.

Die Pilgerwege Europas bilden lebendige Spuren der Ausformung, Präsenz und Wirklichkeit der kulturellen Identität des Kontinents. Santiago, Hauptstadt Galiziens, wird so erneut zum schlagenden Herz einer europäischen Jugend, die sich auf den Weg begibt, um eine „starke" Erfahrung des Glaubens und des Lebens zu machen.