Heiliges Land: Führende christliche Kirchenvertreter bitten um Unterstützung

Alle Christen sind zu helfen aufgerufen

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JERUSALEM, 24. Dezember 2004 (ZENIT.org).- Führende Vertreter der christlichen Kirchen im Heiligen Land appellieren, zu Weihnachten den Blick auf Bethlehem zu richten.



Die Geburtsstadt Jesu sei von Gewalt gezeichnet, aber dennoch gebe es "Zeichen der Hoffnung“, erklären die 13 Patriarchen, Bischöfe und Ordensleute in einer am Donnerstag in Jerusalem veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.

"Wir ziehen nach Bethlehem, um das Weihnachtsgeheimnis zu feiern. Wir tun dies trotz der großen Schwierigkeiten, in denen die Menschen hier, kurz nach dem Tod von Präsident Yasser Arafat, leben müssen“, erklären die führenden Kirchenvertreter in ihrer Botschaft.

Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehören die höchsten Vertretern fast aller christlichen Kirchen im Heiligen Land. Unter anderem sind das der römisch-katholische, der griechisch-orthodoxe sowie der armenische Patriarch von Jerusalem; der Kustos der Franziskaner sowie neun weitere Erzbischöfe und Bischöfe.

Die "gelebte Realität" sei nach wie vor von Arbeitslosigkeit, Armut, Blutvergießen, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit geprägt. Als hoffnungsvolle Zeichen bewerten die Kirchenvertreter zum Beispiel die israelischen Versprechungen auf baldige Freilassung politischer Häftlinge sowie die erneuerten Anstrengungen um die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen. Derzeit seien allerdings "Gerechtigkeit und Frieden noch in weiter Ferne".

Christen – die Unterzeichner der Erklärung eingeschlossen – im Heiligen Land sollten sich "besonders in diesen Tagen" die Frage stellen, “ob wir (…) Christus in unserem Leben willkommen heißen, ob wir wahre Zeugen für ihn sind und ob die anderen Jesus, den Retter und Friedensfürst sowie die Würde, die er allen Männern und Frauen gegeben hat, dank unserem Zeugnis im Alltag erkennen können“.

Die Repräsentanten der christlichen Kirchen im Heiligen Land danken den Christen auf der ganzen Welt für ihre Solidarität, ihre Gebete und die allmähliche, langsame Rückkehr von Pilgern. Es bleibe jedoch auch weiterhin eine Verpflichtung aller Christen, den Versöhnungsprozess zwischen Israelis und Palästinensern gemeinsam voranzutreiben. Dabei sei besonders für Bethlehem internationale Unterstützung nötig, heißt es in der Erklärung.

“In diesen Tagen vor Weihnachten, wo sich alle Augen nach Bethlehem richten, ist die Geburtsstadt Jesu ein großes Gefängnis." Viele christliche Familien hätten aufgrund der schlechten Lebensbedingungen, nicht zuletzt wegen der "Trennungsmauer", der Sperranlagen am Ortseingang und der Konfiszierungen ihres Landes, den Geburtsort Jesu verlassen müssen.

"Als Führer der Kirchen möchten wir unsere Stimme für die Gerechtigkeit in der Welt erheben und euch deshalb weiterhin ermutigen, Brücken der Hoffnung und des Friedens zu bauen. Es ist notwendig, Brüder und Schwestern, dass ihr in eurem jeweiligen Land euren Teil dazu beiträgt übernehmen“, so die Erklärung.

"Wir hoffen und beten, dass Tage kommen mögen, in denen die Bewohner Bethlehems und im ganzen Heiligen Land wieder frei und ohne Trennmauern (…) leben können."

[Deutsche Übersetzung durch Zenit]