Heiliges Land: Salesianer protestieren gegen israelische „Mauer“

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BETHLEHEM, 6. September 2007 (ZENIT.org).- Die Salesianer im Heiligen Land haben dagegen protestiert, dass die israelische Trennmauer im Westjordanland das Kloster von Cremisan von seinen palästinensischen Nachbarn abschneidet.



Pater Giovanni Laconi, stellvertretender Provinzial der salesianischen Provinz im Nahen Osten, veröffentlichte am Freitag letzter Woche eine Erklärung, in der gegen die Weiterführung der Sperranlagen in Beit Jala Stellung bezogen wird.

Die israelische Mauer befindet sich größtenteils an der Grenze zum Westjordanland und soll dazu dienen, Terroristen abzuwehren. Ein Teil dieser Absperrung soll durch den Grundbesitz des salesianischen Klosters in Cremisan führen.

In seinem Schreiben führt Pater Laconi aus, dass die salesianische Ordensgemeinschaft „Opfer einer einseitigen Entscheidung seitens der israelischen Autoritäten“ geworden sei. Sie „stellt sich standhaft der Politik der unilateralen Trennung entgegen, bestätigt, dass sie vollkommen von der Planung des [auf ihrem Grundstück verlaufenden] Mauerteils ausgeschlossen war und ruft gleichzeitig alle zuständigen Autoritäten auf, sich für die Wiederherstellung des internationalen Rechts einzusetzen“.

In einem Gutachten von Juli 2004 beurteilte der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen in Den Haag die israelischen Absperranlagen als „dem internationalen Recht entgegengesetzt“.

Der fragliche Teil der Mauer soll teilweise auf dem Anwesen des Klosters erbaut werden, und zwar dort, wo es an das palästinensische Dorf Al-Walajeh grenzt. Al-Walajeh würde so von Jerusalem und vom benachbarten Kloster abgeschnitten, heißt es in der Presseerklärung.

Die Oberen der salesianischen Ordensgemeinschaft ließen verlauten, dass sie „stets für den Dialog mit den Palästinensern vor Ort offen gewesen sind und ihnen häufig mit sozialen Diensten geholfen haben“. Daher wollten sie nun „erneut ihrer tiefsten Solidarität mit dem [palästinensischen] Dorf Al-Walajeh und der gesamten palästinensischen Bevölkerung, die weiterhin die Mühsal der Besetzung erleidet, Ausdruck verleihen“.

Die Salesianer nähren nach wie vor die „Hoffnung, dass jede Mauer zwischen den Menschen fallen möge, um den Weg für eine Zukunft des Friedens zu eröffnen“.