Heiliges Land: Wohnungen für junge christliche Ehepaare

Initiative der Kustodie vom Heilige Land

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WIEN/JERUSALEM, 15. Februar 2007 (ZENIT.org).- Um der dramatischen Abwanderung der Christen aus Bethlehem und dem Heiligen Land entgegenzuwirken, hat die Kustodie des Heiligen Landes drei Dörfer gebaut. Wie Pater José Rodriguez Carballo OFM, Generalminister des Franziskanerordens, heute in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien berichtete, werden die Wohnungen in erster Linie an junge christliche Ehepaare vergeben.



„Die Lebensumstände sind für die Palästinenser sehr schwierig, vor allem in Bethlehem“, erklärte der 53-jährige Ordensobere des Franziskanerordens. Oft fehle es den Leuten an den lebensnotwendigsten Dingen.

Die drückende Armut erschwere zudem die kritische Lage der Christen. Während sie in der Geburtsstadt Jesu in den 70er-Jahren noch die Bevölkerungsmehrheit stellten, seien sie aufgrund von Existenzängsten und der daraus resultierenden Abwanderungsbewegung mittlerweile zu einer verschwindenden Minderheit geworden.

Die Kustodie des Heiligen Landes habe dank der Mitarbeit zahlreicher Katholiken in der ganzen Welt, denen der Generalminister seinen tiefsten Dank aussprach, eine Initiative ins Leben gerufen, die diesen bedrohlichen Trend zu stoppen sucht: Ein neu errichtetes Dorf in unmittelbarer Nähe von Bethlehem verfüge über 200 Wohnungen, ein weiteres Dorf, das direkt auf dem Ölberg entstanden sei, über 75 Wohnungen. In Jerusalem befinde sich noch ein drittes neu erbautes Dorf, das junge christliche Familien beherbergen werde.

Zu einer Entspannung der Situation im Nahen Osten kann es nach Ansicht von Pater Rodriguez Carballo nur kommen, wenn die Rechte aller anerkannt und die Unterschiede der verschiedenen Volksgruppen nicht mehr als Bedrohung angesehen würden. Beides sei derzeit nicht der Fall, bedauerte er. Die Aufgabe der Franziskaner bestehe weiterhin darin, „Brücke zwischen Israelis und Palästinenser, Brücke zwischen Christen, Muslimen und Juden, Brücke zwischen Ost und West“ zu sein. Diese Vermittlerrolle nehme in verschiedensten Initiativen, die allen offen stünden, konkret Gestalt an; am allerwichtigsten sei allerdings der „Dialog des Lebens“.

Im Jahr 1965 stellten die Christen in Palästina noch 65 Prozent der Bevölkerung, heute machen sie nur mehr 12 Prozent aus.