Heiligsprechung von Don Luigi Guanella in Rom

Heilung eines jungen Mannes in den USA als Wunder anerkannt

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Von Debora Donnini

ROM, 4. Oktober 2011 (ZENIT.org). - Senioren, Kinder mit geistigen und körperlichen Behinderungen, Obdachlose, das sind Menschen, um die sich Don Luigi Guanella gekümmert hat. Am 23. Oktober wird er in einer feierlichen heiligen Messe, der Papst Benedikt XVI. vorstehen wird, heiliggesprochen werden.

Zwei Ordensgemeinschaften, die „Diener der Nächstenliebe“ und die „Töchter Mariens von der Vorsehung“, sind von ihm gegründet worden. Sie setzen sein Werk in 20 Ländern auf vier Kontinenten fort. Heute wurden in Rom die Initiativen für die Heiligsprechung des seligen Luigi Guanella vorgestellt.

„Nehmt den Menschen die Verzweiflung, um alle zu Gott zu führen“, so könnte das Lebenswerk von Don Luigi Guanella (1842–1915) zusammengefasst werden. Es ist das Werk eines Menschen, der sein Leben Obdachlosen, älteren und jüngeren Menschen mit einer geistigen oder motorischen Störung, mit Down-Syndrom oder anderen körperlichen Gebrechen gewidmet hat.

Der Postulator im Heiligsprechungsprozess Don Guanellas ist Don Mario Carrera.

Das für die Heiligsprechung erforderliche Wunder fand in den Vereinigten Staaten statt. Es handelt sich um einen jungen Mann, der aufgrund eines Schädel-Hirntraumas ins Koma gefallen war. Der Postulator berichtet:

„Es geschah in Philadelphia: Ein junger, 22-jähriger Mann ging Skateboard-fahren. Er übersah ein größeres Loch, stürzte und schlug mit dem Kopf auf. Fast ohne Überlebenschancen wurde er ins Krankenhaus gebracht. Innerhalb von drei bis vier Tagen wurde er dreimal am Kopf operiert, aber die Situation verbesserte sich nicht. Die Mutter des jungen Mannes kannte eine Dame, die in einer Einrichtung Don Guanellas in Philadelphia als Psychologin arbeitete. Sie gab der Mutter Reliquien des seligen Don Luigi Guanella, die sie am Handgelenk und am Hals des Verunglückten befestigte. Es begann ein Sturm der Gebete. Langsam trat eine Besserung ein, und am Tag des heiligen Josef zeigte der junge Mann wieder erste Lebenszeichen. In kurzer Zeit stabilisierte sich sein Gesundheitszustand und er konnte wieder als Tischler arbeiten. Vor zwei Jahren hat er geheiratet. Er ist vollkommen gesund, und seine ganze Familie dankt Don Guanella mit großer Freude für seine Fürsprache bei Gott, dass ein junger Mann sein Leben in Heiterkeit und Freude weiterleben kann.

Bei der Konferenz war auch Kardinal Angelo Amato, Präfekt der Kongregation für die Selig-und Heiligsprechungen, anwesend. Auf die Frage, was ihm besonders an Don Luigi Guanella betroffen gemacht habe, antwortete er:

„Don Guanella ist einer der Heiligen, die sozial genannt werden. Dazu gehören auch Don Bosco und der heilige Luigi Orione, die auf wunderbare Weise das Evangelium in der Tat umgesetzt haben und nun Heilige sind. Auf der anderen Seite haben sie auch eine soziale Bedeutung, da sie konkret Menschen geholfen haben, die bedürftig waren.“

Es wurden bei der Konferenz zwei Bücher vorgestellt, die Don Guanella, 1964 von Papst Paul VI. seliggesprochen, gewidmet sind. Anwesend war ebenso der Bürgermeister von Rom, Gianni Alemanno, der die Bedeutung Don Guanellas für die Stadt betonte.

Es gibt viele Initiativen anlässlich der Heiligsprechung, die am Sonntag, dem 23. Oktober, auf dem Petersplatz unter Vorsitz Papst Benedikt XVI. stattfinden wird. Zu ihr werden rund 12.000 Menschen erwartet.

Am Samstag, dem 22. Oktober, findet eine Gebetswache der Familie Guanellas in der Basilika St. Paul vor den Mauern statt. Am Montag, dem 24. Oktober, wird im Petersdom eine Dankmesse von Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone gefeiert werden.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals]