Heinrich König (1900-1942) - Märtyrer des Nationalsozialismus

Priester und Glaubenszeuge

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 355 klicks

Heinrich König ist ein Opfer des Nationalsozialismus und Glaubenszeuge. Das Bistum Essen leitete 2004 für den Priester und Märtyrer, der am 24. Juni 1942 im KZ Dachau starb, das Seligsprechungsverfahren ein.

Heinrich König wurde am 24. Juni 1900 in Höchst geboren. Seine Familie zog 1902 in das Ruhrgebiet, nach Gelsenkirchen, und 1906 weiter nach Unna. Nach dem Abitur im Jahr 1918 studierte er in Paderborn, Münster und München Theologie. In seiner Studentenzeit war er in der katholischen Studentenverbindung „Hochland“ im Quickbornbund aktiv. 1923 trat er dem Priesterbund der Schönstatt-Bewegung bei. Im darauffolgenden Jahr, am 10. August 1924, wurde er in Paderborn zum Priester geweiht und anschließend in Hagen als Vikar tätig. Mit seiner Hilfe konnte dort eine kleine Behelfskirche, die Heilig-Geist-Kirche, errichtet werden, die heute „Heinrich-König-Haus“ heißt. 

1935 wurde König nach Gelsenkirchen an die Propsteikirche Sankt Augustinus versetzt. An seinem neuen Einsatzort setzte er sich vor allem für die Jugendlichen ein, war Seelsorger und Präses der Kolpingfamilie.

König war entschiedener Gegner der Nationalsozialisten und äußerte seine Kritik auch öffentlich. Am 30. September 1941 wurde er nach einer Denunziation von der Gestapo verhaftet. Nachdem er einige Wochen in Gelsenkirchen im Gefängnis inhaftiert gewesen war, wurde er nach Dachau deportiert. In dem KZ traf er am 5. Dezember 1941 ein. In dem Lager wurde König medizinischen Versuchen unterzogen, die seine Gesundheit schwerst schädigten. Ein SS-Arzt hatte eine Übungsoperation an ihm vorgenommen. Als er 1942 in den Pfarrerblock des Lagers verlegt wurde, wurden die Experimente fortgesetzt. An Heinrich König wurde die Wirkung von Antibiotika erprobt. Zu diesem Zweck wurde ihm am 15. Juni 1942 Eiter injiziert, der eine Blutvergiftung auslöste. Heinrich König starb am 24. Juni 1942 an den Folgen der Sepsis, die von den Ärzten nicht behandelt worden war.

Königs Schwester Helene bat am 30. Juni 1942 um nähere Angaben zu den Todesumständen ihres Bruders. Vom Lagerarzt und SS-Hauptsturmführer der Reserve Wolters erhielt sie am 7. Juli die Information, ihr Bruder habe wegen erheblicher Kreislaufschwäche nicht operiert werden können und sei an den Folgen einer Gangräne des Dünndarms mit erheblicher Peritonitis verstorben.

Zum Gedenken an den Glaubenszeugen und Märtyrer Heinrich König wurde der Platz vor der Propsteikirche in Gelsenkirchen 1987 in „Heinrich-König-Platz“ umbenannt. Die Urne mit seinen sterblichen Überresten wurde 1989 in die Propsteikirche überführt.

Der Freundeskreis „Heinrich König“, der seit 2002 besteht, setzt sich für die Verehrung und Seligsprechung von Heinrich König ein.