"Herr, Dir in die Hände"

Bundesweite Eröffnung der Woche für das Leben 2014 in Erfurt

Bonn, (ZENIT.org) | 309 klicks

Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Norbert Trelle (Hildesheim), und der stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Jochen Bohl, haben mit einem ökumenischen Gottesdienst im Erfurter Mariendom die bundesweite Woche für das Leben 2014 feierlich eröffnet. Die Aktion findet vom 3. bis 10. Mai 2014 unter dem Leitgedanken „Herr, Dir in die Hände“ (nach einem Gedicht von Eduard Mörike) statt. Sie hat in diesem Jahr einen Schwerpunkt in der Feier von Gottesdienst. Daher wurden bundesweit alle Pfarr- und Kirchengemeinden aufgerufen, im Aktionszeitraum das schutzbedürftige Leben – sei es am Anfang oder am Ende – in den Mittelpunkt eines ökumenischen Gottesdienstes zu stellen. 

Vor dem Hintergrund der in vielen europäischen Ländern intensiv geführten Diskussion um ein menschenwürdiges Sterben betonte Bischof Trelle in seiner Predigt: „Es wäre ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, wenn der Wunsch, seinem Leben selbstbestimmt ein Ende zu setzen, nur deshalb entsteht, weil jemand sich alleingelassen fühlt.“ Er hielt weiter fest: „Unser Auftrag als Christen ist, die Menschen im Sterben zu begleiten, ihnen Mut und Hoffnung und vor allem Halt zu geben. Wir dürfen uns nicht durch eine Hilfe zur Selbsttötung von ihnen abwenden, sondern müssen uns ihnen zuwenden.“ Ausdrücklich stufte Bischof Trelle auch das ungeborene Leben als besonders schutzbedürftig ein. 

Landesbischof Bohl wies im Gottesdienst auf die Bedeutung der palliativen Versorgung schwerkranker Menschen hin: „Die Hospizdienste, die in den letzten Jahrzehnten überall in Deutschland entstanden sind, sprechen von der Hochschätzung des menschlichen Lebens in bewegender, unmissverständlicher Weise – wir danken allen, die ihre Kräfte einsetzen, dass Leiden gelindert wird und Menschen in Frieden sterben können.“ Die Humanität einer Gesellschaft zeige sich nicht zuletzt im Umgang mit den Sterbenden. „Wir haben uns das Leben nicht selbst gegeben, sondern haben es aus Gottes Hand empfangen. Darum ist es uns heilig, von seinem Beginn bis an das Ende.“ 

Bei der bundesweiten Eröffnung der Woche für das Leben 2014 steht das Lebensende im Fokus. Nach dem Gottesdienst findet eine Podiumsdiskussion unter dem Thema „Darf ich sterben – muss ich leben“ statt. Ab 13.00 Uhr diskutieren Landesbischof Bohl und Bischof em. Dr. Joachim Wanke im ComCenter Brühl gemeinsam mit dem Psychotherapeuten und Theologen Dr. Manfred Lütz und dem ehemaligen Intendanten des MDR, Prof. Dr. Udo Reiter. Das Podium wird moderiert von Frau Susanne Sturm vom MDR. 

Hintergrund

Mit der von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gemeinsam getragenen Aktion Woche für das Leben leisten die Kirchen seit über 20 Jahren einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung für den Wert und die Würde des menschlichen Lebens. In jedem Frühjahr finden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen statt. Sie werden von Gemeinden, Kirchen und Akademien organisiert und sollen Menschen in Kirche und Gesellschaft für die Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit menschlichen Lebens in allen seinen Phasen sensibilisieren. Die bundesweite Eröffnung wird jährlich mit einem ökumenischen Gottesdienst in wechselnden Städten feierlich begangen. 

Hinweis:

Die Predigt von Bischof Norbert Trelle und die thematische Einführung von Landesbischof Jochen Bohl finden Sie im Internet unter www.dbk.de.

Zur Feier des ökumenischen Gottesdienstes wurde ein entsprechender Mustergottesdienst vorbereitet, der auf der Internetseite der Woche für das Leben unter www.woche-fuer-das-leben.de zur Verfügung steht.