"Herr, hilf diesen jungen Menschen, dass sie frei sind"

Predigt von Papst Franziskus in der Domus Sanctae Marthae

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 264 klicks

In der Messe, die Papst Franziskus heute Morgen in der Domus Sanctae Marthae hielt, befasste der Heilige Vater sich mit dem Gleichnis vom reichen Mann, der wissen möchte, was er tun müsse, um das das ewige Leben zu erlangen. Papst Franziskus betonte, dass es sich bei dem Mann um einen guten Mann handle, der Jesus gefolgt sei und nun mehr wünsche. Jesus, der den jungen Mann voller Liebe betrachte, habe ihm daraufhin geantwortet, alle Güter zu verkaufen und ihm zu folgen. Das Gesicht des jungen Mannes jedoch habe sich verfinstert, als er diese Worte vernommen habe.

„Sein unruhiges Herz, eben wegen des Heiligen Geistes, der ihn antrieb, sich Jesus zu nähern und ihm zu folgen, war ein volles Herz, und er hatte nicht den Mut, es zu leeren. Und er traf seine Entscheidung: das Geld. Das Herz voll Geld. … Aber er war kein Dieb. … Er war ein guter Mann: er hatte niemals gestohlen! Niemals betrogen: es war ehrliches Geld. Doch sein Herz war gefangen, er war an das Geld gebunden und hatte nicht die Freiheit zu wählen. Das Geld wählte für ihn.“

Papst Franziskus fuhr fort: „Wie viele Jugendliche spüren in ihren Herzen den ‚Ruf‘, sich Jesus zu nähern und sind enthusiastisch, sie schämen sich nicht, vor ihm niederzuknien, öffentlich ihren Glauben in Jesus Christus zu zeigen. Sie wollen ihm folgen, aber, wenn ihr Herz voll von anderen Dingen ist und sie nicht den Mut haben, es zu entleeren, kehren sie zurück, und ihre Freude wird Traurigkeit.“ Auch heute noch gebe es so viele Jugendliche, die sich berufen fühlten, aber manchmal gebe es etwas, das sie zurückhalte.

„Wir müssen dafür beten, dass sich das Herz dieser jungen Menschen leeren kann, leeren von anderen Interessen, anderen Lieben, dass ihr Herz frei wird. Und das ist das Gebet für die Berufungen: ‚Herr, schicke uns, schicke uns Schwestern, schicke uns Priester, verteidige sie vor der Idolatrie, der Idolatrie der Eitelkeit, der Idolatrie des Hochmuts, der Idolatrie der Macht, der Idolatrie des Geldes.‘ Und unser Gebet dient dazu, diese Herzen vorzubereiten, um Jesus aus der Nähe zu folgen.“

Papst Franziskus erklärte, dass der Mann aus dem Evangelium zwar gut, aber sehr unglücklich gewesen sei. So ergehe es auch vielen jungen Menschen heute. Deshalb müsse man ein intensives Gebet an Gott richten.

„Und das Gebet lautet: ‚Hilf, Herr, diesen jungen Menschen, dass sie frei sind und keine Sklaven, dass ihr Herz nur für dich schlägt‘; und so kann die Berufung des Herrn wahr werden, Früchte tragen. Das ist das Gebet für die Berufungen. Wir müssen es oft beten, aber immer achtsam sein: es gibt Berufungen. Wir müssen helfen, dass sie zunehmen, dass der Herr in diese Herzen treten und diese unsägliche und glorreiche Freude schenken kann, die jeder Mensch empfindet, der Jesus aus der Nähe folgt.“