Herr, schenke mir die Geduld

Das heutige Mittwochsgebet nennt sich Gelassenheitsgebet

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 370 klicks

Das sogenannte „Gelassenheitsgebet“ stammt vermutlich von dem amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr und bittet Gott um Gelassenheit, Mut und Weisheit. Die Urheberschaft und Verbreitungsgeschichte sind umstritten. Man geht in der Forschung davon aus, dass Reinhold Niebuhr das Gebet vor oder während des Zweiten Weltkriegs verfasste: Seine Frau datierte es in Briefen auf 1941/42, der Autor selbst datierte es auf die Vorkriegszeit. Man geht davon aus, dass Niebuhr einen der zahlreichen älteren Vorläufertexte mit ähnlichem Aufbau und Inhalt kannte.

Das Gebet wird neben Niebuhr dem württembergischen Prälaten und Theosophen Friedrich Christoph Oetinger zugeschrieben, andere Zuschreibungen nennen Dietrich Bonhoeffer, den Bischof Franz Hengsbach, sowie den Heiligen Ignatius von Loyola und Franz von Assisi, wofür jedoch keine Quellen vorliegen. Der geistesgeschichtliche Hintergrund des Gebets geht auf den ersten Satz des „Handbüchleins der Moral“ von dem Stoiker Epiktet zurück.

***

Herr, schenke mir die Geduld hinzunehmen,

was nicht geändert werden kann,

den Mut zu ändern,

was geändert werden muss

und die Weisheit,

das eine vom anderen zu unterscheiden.