"Herz von Kardinal Meisner schlägt am meisten für die Menschen im Osten"

492 neue Projekte für mehr als 18,2 Millionen Euro

Freising, (Renovabis) | 310 klicks

492 neue Projekte der Partner im Osten Europas mit einem Volumen von gut 18,2 Millionen Euro (exakt: 18.242.546,90 Euro) sind am 25. Oktober von den Gremien des Osteuropahilfswerks Renovabis bewilligt worden. Dieses Geld kommt sozialen, pastoralen und Bildungsprojekten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa zugute. Alle Vorhaben in den 29 unterschiedlichen Ländern werden von einheimischen Renovabis-Partnern vor Ort verwirklicht; die Solidaritätsaktion unterstützt die Projekte gemäß deren Antragsvorlage finanziell im Sinne einer „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Im Rahmen der Herbst-Gremiensitzungen in Köln wurde das eige­ne 20-jährigen Bestehen mit der Arbeit von Renovabis beleuchtet: in 20 Jahren insgesamt rund 20.000 Projekte für 580 Millionen Euro in Zahlen — dahinter Tausende von Menschen, deren Lebenssituation sich verbessert hat. Kindern konnte geholfen werden, die nun unbefangen und offen, ohne Hassgedanken miteinander umgehen; ebenso ihren auf dem Weg der Versöhnung vorangeschrittene Eltern in ehemaligen Bürgerkriegsregionen. Inzwischen profitieren mehr Menschen als früher von Bildungsangeboten und können sich wieder eine Existenz aufbauen. Menschen, die am Aufbau einer Zivilgesellschaft mitwirken, erleben, dass kirchliche Einrichtungen zuver­lässige Partner sind.

Trägerkreisvorsitzender Joachim Kardinal Meisner, der seit Beginn vor 20 Jahren an der Spitze des höchsten Gremiums der Solidaritätsaktion steht, dankte dem Renovabis-Vorstand für die sachbezogene und konstruktive Ar­beit und die umfassende Information der Gremien. Besonderes Lob äußerte der Kardinal für ein neues Renovabis-Publikationsprojekt über „Glaubens­zeugen, Bekenner und Märtyrer der Kommunistischen Zeit“ im Osten Euro­pas. Meisner erinnerte an die Aussagen von Papst Johannes Paul II. zur Be­deutung der „Christlichen Märtyrer des 20. Jahrhunderts“. Es sei ganz wich­tig, „dass diese beispielgebenden Persönlichkeiten nicht in Vergessenheit ge­raten“, sagte der Kardinal. Sie könnten auch heute noch Vorbilder im Glau­ben sein.

Für das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) würdigte dessen Ge­neralsekretär Dr. Stefan Vesper den Trägerkreisvorsitzenden von Renovabis und dankte Kardinal Meisner für sein „segensreiches Wirken“. Der Erzbischof von Köln sei nach dem Fall des Ei­sernen Vorhangs „einer der Männer der ersten Stunde gewesen“, die sich für ein besonderes Engagement der deutschen Katholiken in und für Osteuropa stark gemacht hätten. „Sie gehören in der Bischofskonferenz zu denen, deren Herz am meisten für die Menschen in den mittel- und osteuropäischen Län­dern schlägt“, sagte Vesper. Im nächsten Jahr wird Renovabis  — dann genau ein Vierteljahrhundert nach dem Fall des Eisernen Vorhangs —  unterschiedliche Generationen mit ihren Erfahrungen vor und nach der Wende in Europa in den Blick nehmen.

Zahlreiche sozial-karitative, pastorale und bildungsfördernde Projekte standen auf der Tagesordnung der Gremiensitzungen; schließlich wurden 492 Vorha­ben der Partner bewilligt. Darunter sind 33 Großprojekte für knapp 8,7 Millio­nen Euro. Die neuen Großprojekte stammen aus ganz unterschiedlichen Berei­chen: Im ländlichen und gebirgigen Norden Albaniens haben Salesianer-Schwestern ein Projekt beantragt, das die Situation von jungen Frauen und Mädchen verbessern soll: ein Bildungsprojekt vom Kindergarten bis zur Be­rufsausbildung, die zu einer einträglichen und unabhängigen Beschäftigung führt. Auch das Bewusstsein von Eltern und Familien gilt es zu verändern. Es ist ein sehr umfassendes Projekt für das auch Sozial- und Pastoralräume geschaffen werden mussten und das deswegen mit 590.000 Euro zu Buche schlägt.

Der Vernetzung von Ordensleuten in der Slowakei mit allen Gläubigen und an Kirche und Welt Interessierten dient ein neues landesweites Internet-Tool. Über die Website, die ein bedarfsorientiertes, zeitgemäßes Eingangsportal bie­ten wird, kann eine zusätzliche Form der Seelsorge gepflegt werden; Kostenpunkt: 76.000 Euro. Im ukrainischen Ivano-Frankivsk wird ein vom Staat zurückge­gebenes ehemaliges Priesterseminar als Schulgebäude für 500 Schüler und 60 Lehrer saniert. Von den Gesamtkosten in Höhe von mindestens 843.000 Euro sind jetzt 400.000 Euro bewilligt worden.