"Herzen für Gnade der Versöhnung öffnen"

Afrika-Synode mit Kriegsopfern solidarisch

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ROM, 21. Oktober, 2009 (Zenit.org).- Die Teilnehmer der Afrika-Synode haben in einem gemeinsamen Schreiben an die besorgniserregende Situation der Kindersoldaten in Ost- und Zentralafrika erinnert. Sie äußerten sich zudem betroffen zur Situation der Waisen, Verstümmelten, sowie Menschen mit schweren physischen und psychischen Schäden infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Region um die Großen Seen.

Die Bischöfe haben sich am Dienstag in Rom mit einer Botschaft an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen des Sudan, Ugandas, des Tschad, der Zentralafrikanischen Republik sowie der Demokratischen Republik Kongo gewandt. Darin bekundeten sie ihre Solidarität mit den in der Region lebenden Menschen und verurteilten die anhaltende Gewalt, die Zerstörung und den Tod unschuldiger Menschen.

Mehrere hundert Tausend Menschen seien vertrieben worden und unter extrem gefährlichen Bedingungen in die angrenzenden Länder geflüchtet, um ihrer Ermordung zu entgehen. Die Bischöfe zeigten sich betroffen über die besorgniserregende Situation von Kindersoldaten. Sie wollten "ihr tiefstes Gefühl brüderlicher Gemeinschaft" mit den Bischöfen der betroffenen Diözesen ausdrücken, in denen Unschuldige unmenschlich litten.

Der Brief richtet sich auch an die für die Gewalt Verantwortlichen und fleht sie an, die Sprache der Waffen durch die des Dialogs und der Verhandlungen zu ersetzen. „Im friedlichen Dialog, der von gegenseitiger Achtung gekennzeichnet ist, können alle Probleme gelöst werden." Der Krieg hingegen mache alles nur noch schwieriger und verleite Brüder dazu, Feinde zu werden.

Die Bischöfe betonten den „heiligen Wert jedes einzelnen menschlichen Lebens", einem Gesetz, das jedem Menschen, der auf die Welt komme, ins Herz geschrieben sei. Es sei nicht erlaubt, unschuldige Menschen zu töten, aus welchem Grund auch immer, ob aus sozialen, politischen, ethnischen, rassischen oder religiösen Motiven. Das Blut der Unschuldigen rufe nach Vergeltung, zu Gott, der früher oder später diejenigen richten werde, die ihre Hände mit dem Blut der Armen, seinen Auserwählten, befleckt hätten.

"Während wir über Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden nachdenken", erklärten die Teilnehmer der Synode, „bitten wir, durch die Fürsprache der in Afrika geborenen Heiligen, um das Geschenk des Friedens, damit Gerechtigkeit in die Regionen einkehre, wo diese schmerzlich vermisst wird." Die Synodenväter bitten zudem darum, dass sich die Herzen für die Gnade der Versöhnung mit Gott und dem Nächsten öffnen mögen, nicht nur in der Region der Großen Seen, sondern in ganz Afrika.