Herzensgärten

Eine Ausstellung über Kindergräber in der Merziger Stadthalle

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 864 klicks

Im Merziger Gesprächskreis für trauernde Eltern, die von Pastoralreferent Jürgen Burkhardt und Anne Paul betreut wird, wurde seit der Gründung der Gruppe im Jahr 1999 immer wieder der Wunsch geäußert, über Kindergräber zu sprechen. So entstand die Idee, eine Ausstellung zu diesem Thema zu organisieren. Der Aufruf an die Betroffenen, Bild- und Textmaterial einzusenden, stieß auf eine sehr große Beteiligung, und so wurden aus den eingesendeten Beiträgen schließlich 36 Photos ausgewählt. In einem das jeweilige Photo begleitenden Text können die betroffenen Angehörigen ihren Gedanken und Gefühlen Ausdruck verleihen.

Die Ausstellung mit dem Titel „Herzensgärten“ ist in der Stadthalle in Merzig zu sehen, denn sie sollte, wie Burckhardt erklärt, in einem öffentlichen Raum mit viel Publikum gezeigt werden. Ziel der noch bis zum 26. April 2013 laufenden Ausstellung war es nämlich, ein großes Publikum mit dem häufig tabuisierten Thema zu konfrontieren und vielen Menschen einen Einblick und Zugang zur Gedanken-und Gefühlswelt der Betroffenen zu geben. Wie unterschiedlich die jeweiligen Angehörigen den Tod ihres Kindes verarbeiten, spiegelt sich auch in der großen Vielfalt bei der Grabgestaltung wieder. In der Ausstellung sind Photos vom ganz klassischen bis hin zum sehr modern gestalteten Kindergrab aus ungewöhnlichen Materialien zu sehen.

Auf die Besucher hinterlassen die Photos einen tiefen Eindruck: Einige sind irritiert, andere erstaunt, aber alle sind überrascht darüber, „wie viel Leben und Liebe in den Grab-Bildern zum Ausdruck kommt.“ Die Ausstellung ist ein sehr wichtiger Beitrag dazu, das Verständnis für die Betroffenen, ihre Trauer und ihre Trauerarbeit zu sensibilisieren.

Für die verwaisten Eltern und Angehörigen ist das Grabmal ihres Kindes ein wichtiger Ort der Erinnerung, Kommunikation und Begegnung, an dem sie ihre Trauer und ihre Liebe Ausdruck verleihen können. Deshalb erhoffen sich die Veranstalter, das Dekanat Merzig, das Haus der Familie in Merzig sowie der Verein „Trauernde Eltern und Kinder im Saarland e.V., dass die Kommunen teilweise ihre Friedhofsordnungen in entsprechend abänderten und den Betroffenen leichter die Möglichkeit einräumten, das Kindergrab individuell, den Bedürfnissen entsprechend, gestalten zu können.

In der Ausstellung entsteht außerdem ein gemeinsames Kunstwerk aller Beteiligten, und auch die Besucher können einen Beitrag dazu leisten. Das aus Baumstämmen und Stahlnägeln entstehende Objekt wird nach Ende der Ausstellung im Merziger Garten der Sinne aufgestellt.

Weitere Informationen zur Ausstellung und Informationsmaterial können dieser Seite entnommen werden.