Herzliche Begegnung des Papstes mit dem Patriarchen von Konstantinopel

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ISTANBUL, 30. November 2006 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. wurde am Mittwochnachmittag vom Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. mit den Worten: „Vielgeliebter Bruder, willkommen!“, herzlich am Bischofssitz von Konstantinopel empfangen.



„Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn“, fügte der orthodoxe Patriarch am Ende des gemeinsamen Gebets in der Patriarchalkirche Sankt Georg in Konstantinopel (heute Istanbul) hinzu.

„Ich danke dem Herrn für das Geschenk dieser Begegnung, die so reich an echtem guten Willen und kirchlicher Bedeutung ist“, antwortete der Papst, der in seiner Ansprache Katholiken und Orthodoxe zum Dialog aufrief, um dem Ziel der vollen sichtbaren Einheit immer näher zu kommen.

Der Heilige Vater ließ am zweiten Tag seiner fünften Apostolischen Auslandsreise die verschiedenen Schritte zur Überwindung des Schismas zwischen den Christen in Ost und West Revue passieren. Insbesondere erwähnte er die „mutige Entscheidung“ von Papst Paul VI. und dem Ökumenischen Patriarchen Athenagoras im Jahr 1965, „das Andenken an die Exkommunikationen von 1054 zu beseitigen“. Außerdem würdigte er den Beitrag, den Papst Johannes Paul II. und Patriarch Dimitrios I. zur Förderung des Dialogs geleistet hatten.

„Mögen ihre Namen geehrt und gesegnet werden!“, rief Benedikt XVI. aus. „Möge dieses Treffen unsere gegenseitige Zuneigung festigen and unser gemeinsames Engagement erneuern, auf der Reise, die zur Versöhnung und zum Frieden für unsere Kirchen führt, auszuharren.“

Die Ankunft des Bischofs von Rom im Istanbuler Stadtviertel Phanar wurde von festlichem Glockengeläut begleitet; anschließend erklang in der Patriarchalkathedrale eine Doxologie. Nach dem Gebet erfolgte die Begrüßung des Patriarchen und des Papstes.

Bevor Bartholomaios I. und Benedikt XVI. den Thronsaal betraten, verehrten sie die Reliquien des heiligen Gregors des Theologen und des heiligen Johannes Chrysostomos. Beide hatten einst als Erzbischöfe des ökumenischen Patriarchats gewirkt.

Nach der Begrüßungszeremonie zogen sich der Papst und der Ökumenische Patriarch zu einer vertraulichen Unterredung zurück. Sie unterhielten sich auf Italienisch und sprachen über die Beziehungen zwischen der orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche, über Fragen des interreligiösen Dialogs, den Frieden in der Welt und die gegenseitige Verständigung.