Heute gibt es mehr christliche Märtyrer als je zuvor

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 286 klicks

In seiner Predigt während der heutigen Messe in Santa Marta, der letzten vor der Sommerpause, sagte Papst Franziskus, heute gebe es mehr christliche Märtyrer als je zuvor. Zu Beginn der Messe erinnerte Papst Franziskus daran, dass der Herr mit dem Blut der Märtyrer die ersten Samen der Kirche von Rom gepflanzt habe, man spreche vom Wachsen einer Pflanze. Der Samen sei das Wort Gottes, das wachse und zum Reich Gottes werde, dank des Heiligen Geistes und dem Zeugnis der Gläubigen zu einer Kirche werde, so der Papst.

„Wir wissen, dass es kein Wachstum ohne den Heiligen Geist gibt: Er ist es, der die Kirche macht, der sie wachsen lässt; er ist, der die Gemeinschaft der Kirche zusammenruft. Aber auch das Zeugnis der Christen ist wichtig. Und wenn das Zeugnis am Ende kommt, wenn die historischen Umstände ein starkes Zeugnis erfordern, dann sind es die Märtyrer, die es ablegen; sie sind die größten Märtyrer. Und diese Kirche wird aus dem Blut der Märtyrer gegossen. Das ist das Schöne am Martyrium. Es beginnt mit einem Zeugnis, Tag für Tag, und es kann enden wie Jesus, der erste Märtyrer, der erste Zeuge, der treue Zeuge: Mit seinem Blut“.

Papst Franziskus fuhr fort, es gebe eine Bedingung für ein echtes Zeugnis: Es müsse ohne Bedingung sein.

„Wir haben im Evangelium von jenem Mann gehört, den der Herr auffordert, ihm zu folgen, der aber eine Bedingung stellt: Sich zu verabschieden oder den Vater zu begraben… der Herr hält ihn auf: ‚Nein!‘. Das Zeugnis ist ohne Bedingung. Es muss beständig sein, entschlossen sein, mit der Sprache gesprochen werden, mit der Jesus zu uns spricht, laut: ‚Eure Sprache soll sein: Ja, Ja, Nein, Nein‘. Das ist die Sprache des Zeugnisses.“

Jedoch müsse man nicht nur der vergangenen Märtyrer gedenken, sondern auch derer, die heute ihr Leben für den Glauben geben. Heute gebe es nicht weniger Märtyrer als zur Zeit Neros, so Papst Franziskus.

„Heute gibt es viele Märtyrer in der Kirche, viele verfolgte Christen. Denken wir an den Nahen Osten: Christen die vor Verfolgung fliehen, von Verfolgern umgebrachte Christen. Auch die Christen, die auf elegante Weise entsorgt werden, mit weißen Handschuhen: Auch das ist eine Form der Verfolgung. Heute gibt es mehr Zeugen, mehr Märtyrer in der Kirche als je zuvor. Und in dieser Messe denken wir, indem wir hier in Rom unserer glorreichen Vorfahren gedenken, an unsere Brüder, die in Verfolgung leben, die leiden und die mit ihrem Blut den Samen vieler kleiner entstehender Kirchen wachsen lassen. Beten wir für sie und auch für uns“.