Hildegundis von Münchaurach (um 1110-1129)

Eine Heilige aus Mittelfranken und die Geschichte der Klosterkirche in Münchaurach

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 287 klicks

Hildegundis von Münchaurach wurde um 1110 in Höchstadt an der Aisch in Bayern geboren. Der Legende nach soll das junge Mädchen, ein Leben in Jungfräulichkeit gelobt haben. Ihr Vater aber, Herzog Goswin von Höchstadt, widersetzte sich strikt ihrem Wunsch und wählte einen Bräutigam für sie aus. Als der Tag der Hochzeit kam, starb Hildegundis unvorhergesehen zum großen Schmerz ihres Vaters, der an ihrem Sterbeort ein Kloster erbauen ließ. Das Kloster, das von Benediktinern geleitet wurde, soll jedoch nicht von Goswin, sondern von dessen Sohn, Herrmann Pfalzgraf zu Rhein, und Bischof Otto von Bamberg gegründet worden sein.

Die Klosterkirche St. Peter und Paul wurde zwischen 1123 und 1139 erbaut und ist damit einer der ältesten Sakralbauten Mittelfrankens. In der Klosterkirche befindet sich die letzte Ruhestätte der Hildegundis. 

Das Kloster wurde im Zuge der Reformation 1528 aufgelöst. Die Klosterkirche in romanischem Stil ist eine dreischiffige Basilika, die nach der Auflösung des Klosters von der evangelisch-lutherischen Gemeinde als Gotteshaus genutzt wurde. Bei Restaurierungsarbeiten durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) trat vollkommen unerwartet ein 900 Jahre alter Schmuckfußboden zu Tage. In der Pressemitteilung des BlfD heißt es dazu: „Bei dem Schmuckfußboden handelt es sich um einen Gipsestrich. Er weist eine Verzierung mit verschiedenen Kreisdarstellungen auf, teilweise sind sie in roter und schwarzer Farbe gefasst. Diese Art der Bodengestaltung lässt eine hohe Bedeutung und eine gute finanzielle Ausstattung des Klosters vermuten. Sie weist auch auf ein hochausgebildetes geistiges Leben im Kloster hin. In der Romanik wurden immer wieder die Mittelschiffe von Kirchen mit Symbolen des damaligen Weltbildes verziert. Es ging dabei um das Beziehungsgeflecht zwischen Theologie, Ethik und Natur. Die Welt sollte als ein aus dem christlichen Glauben erwachsenes Ganzes begriffen werden. Schmuckfußböden dieser Art sind heute äußerst selten und daher besonders wertvoll.“ Ein vergleichbarer Fund konnte in den 70er Jahren nur im Kloster Benediktbeuern verzeichnet werden.

Weitere Informationen zur Restaurierung der Klosterkirche können dieser Seite entnommen werden.