Hilfsappell Benedikts XVI. für Afrika

Der Papst gedenkt der Tragödie vor den Toren Europas

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ROM, 6. April 2009 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. gestern, am Palmsonntag, nach der heiligen Messe auf dem Petersplatz zum Angelusgebet gehalten hat.

Der Heilige Vater forderte die internationale Gemeinschaft auf, der afrikanischen Bevölkerung zu helfen, sich aus Krieg und Armut zu befreien. Nur so könne die Tragödie der Auswanderer gelöst werden, die skruppellosen Menschenhändlern in die Hände fallen und vor den Toren Europas ertrinken.

Papst Benedikt ermutigte die deutschsprachigen Pilger, Jesus Christus nicht nur beim feierlichen Einzug zu begleiten, sondern auch auf dem Weg seines Leidens: „Am Kreuz zeigt er uns seine grenzenlose Liebe, die alles auf sich nimmt. Dieses Zeichen der Hoffnung führe uns zu einer Erneuerung des Herzens, um wahrhaft Zeugen seiner Güte und seines Heils zu sein.“

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Liebe Brüder und Schwestern!

Gestern, am 4. April, wurde der von den Vereinten Nationen ausgerufene 4. Internationale Tag für die Aufklärung über Minengefahren begangen. Im Abstand von zehn Jahren nach dem Inkrafttreten der Anti-Minen-Konvention sowie nach der jüngsten Öffnung zur Unterzeichnung der Anti-Streumunition-Konvention möchte ich die Länder, die es noch nicht getan haben, dazu ermuntern, ohne Zögern diese wichtigen Werkzeuge des internationalen humanitären Rechts zu unterzeichnen, die der Heilige Stuhl von jeher unterstützt hat. Ebenso bringe ich meine Unterstützung für alle Maßnahmen zum Ausdruck, die darauf abzielen, den Opfern dieser vernichtenden Waffen die notwendige Versorgung zu gewährleisten.

Darüber hinaus möchte ich mit großer Trauer unserer afrikanischen Brüder und Schwestern gedenken, die vor wenigen Tagen im Mittelmeer ums Leben gekommen sind, während sie versuchten, Europa zu erreichen. Wir dürfen angesichts derartiger Tragödien, die leider seit längerer Zeit immer wieder vorkommen, nicht resignieren! Das Ausmaß dieser Phänomene lassen die Koordinierung von Strategien zwischen der Europäischen Union und den afrikanischen Staaten sowie das Ergreifen entsprechender humanitärer Maßnahmen immer notwendiger erscheinen, um zu verhindern, dass die Migranten sich an skrupellose Menschenhändler wenden. Während ich für die Opfer bete, dass der Herr sie in seinen Frieden aufnehme, möchte ich anmerken, dass dieses Problem, das durch die globale Krise weiter verschärft wird, nur dann eine Lösung finden wird, wenn sich die afrikanische Bevölkerung mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft aus Krieg und Elend befreien kann.

Ich richte jetzt einen besonderen Gruß an die 150 Delegierten - Bischöfe, Priester und Laien -, die in den vergangenen Tagen an der internationalen Begegnung über die Weltjugendtage teilgenommen haben, die vom Päpstlichen Rat für die Laien organisiert wurde. Auf diese Weise beginnt der Weg der Vorbereitung zum nächsten internationalen Weltjugendtreffen, das im August 2011 in Madrid stattfinden wird und für das ich bereits das Motto „Bleibt in Christus verwurzelt und auf ihn begründet, und haltet am Glauben fest" (vgl. Kol 2,7) ausgegeben habe.

Wie es Tradition ist, werden jetzt gleich die jungen Australier den jungen Spaniern das Weltjugendtagskreuz übergeben, das „Pilgerkreuz", das allen Jugendlichen in der Welt die Botschaft der Liebe Christi bringt. Diese „Stabübergabe" besitzt eine große symbolische Kraft; mit ihr wollen wir Gott unsere unendliche Dankbarkeit für die Gaben zum Ausdruck bringen, die wir beim großen Treffen in Sydney empfangen durften, sowie für die Gaben, die er uns in Madrid gewähren möge.

Morgen wird das Kreuz in Begleitung der Ikone der Jungfrau Maria in die spanische Hauptstadt aufbrechen, und dort wird es bei der großen Karfreitagsprozession dabei sein. Danach wird es eine lange Pilgerreise aufnehmen, die es durch die spanischen Diözesen und im Sommer 2011 wieder zurück nach Madrid führen wird. Mögen dieses Kreuz und diese Marienikone für alle ein Zeichen der unbesiegbaren Liebe Christi sowie seiner und unserer Mutter sein!

[Die Pilger aus dem deutschsprachigen Raum begrüßte der Papst mit den folgenden Worten:]


Einen frohen Gruß richte ich an die deutschsprachigen Pilger. Besonders begrüße ich die vielen jungen Menschen, die zur Übergabe des Weltjugendtagskreuzes gekommen sind. Zu Beginn der Liturgie des heutigen Palmsonntags haben wir, wie einst die Einwohner von Jerusalem, Jesus Christus einen feierlichen Einzug bereitet. Begleiten wir ihn auch auf dem Weg seines Leidens. Am Kreuz zeigt er uns seine grenzenlose Liebe, die alles auf sich nimmt. Dieses Zeichen der Hoffnung führe uns zu einer Erneuerung des Herzens, um wahrhaft Zeugen seiner Güte und seines Heils zu sein. Euch allen wünsche ich eine gesegnete Karwoche!

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals, © 2009 - Libreria Editrice Vaticana]