Hilfsappell des Papstes für die vom Erdbeben betroffene Bevölkerung Chinas

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ROM, 14. Mai 2008 (ZENIT.org).- Während der heutigen Generalaudienz richtete Papst Benedikt XVI.  an alle Menschen den Appell, den chinesischen Erdbebenopfern zu helfen.



„Meine Gedanken gelten in diesem Moment der Bevölkerung von Sichuan und der angrenzenden Provinzen in China, die auf harte Weise von einem Erdbeben betroffen sind, das schwere Verluste an Menschenleben, zahlreiche Vermisste und unermesslichen Schaden angerichtet hat. Ich lade euch dazu ein, euch mir im innigen Gebet für all jene anzuschließen, die ihr Leben verloren haben. Ich stehe den Menschen, die von einer derart zerstörerischen Naturkatastrophe betroffen sind, geistlich nahe: Für sie wollen wir von Gott Linderung ihres Leids erflehen. Möge der Herr allen seine Unterstützung gewähren, die sich dafür eingesetzt haben, den unmittelbaren Erfordernissen der Hilfeleistung gerecht zu werden.“

Nach dem Erdbeben, das vor zwei Tagen den Südwesten Chinas erschütterte, und nach dem starken Nachbeben in der Nacht beläuft sich die Zahl der Toten nach jüngsten Angaben auf über 12.000. Allerdings müssen zahlreiche Menschen noch geborgen werden, so dass mittlerweile von mehreren Zehntausenden von Toten ausgegangen wird. Allein in der Stadt Yingxiu sind von den rund 10.000 Einwohnern 8.000 unter den Trümmern ihrer Häuser zu Tode gekommen. Die chinesische Regierung hat 100.000 Soldaten in die betroffenen Zonen entsandt. Wie die chinesische Nachrichtenagentur „Xinhua“ berichtete, sind im Katastrophengebiet rund eine halbe Million Häuser eingestürzt.

Auch Klöster und Kirchen wurden zerstört. Der Leiter des Pressedienstes Asianews, P. Bernardo Cervellera, berichtet: „Die Straßen sind zerstört und sämtliche Kommunikationsmöglichkeiten unterbrochen. Aus einigen Zonen gibt es noch keinerlei Nachrichten über Tote, Verletzte und weitere Schäden. Insgesamt gilt: Die Bilanzen sind noch mehr als provisorisch.“

Die Überlebenden, die weitere Beben befürchteten, kehrten nicht mehr in die von ihnen bewohnten Gebiete zurück. Nahrungsmittel und Decken würden daher am meisten benötigt. P. Cervellera wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Ressourcen des Militärs wohl nicht ausreichten.

Ob kirchliche Organisationen, die in China angesiedelt sind, den Leid geprüften Menschen zur Hilfe kommen dürfen, hält der Asienexperte für fraglich: „Sie haben gewöhnlich sehr genau abgesteckte Entwicklungs- und Alphabetisierungsprogramme oder betreiben Sanitätsdienste in bestimmten Dörfern. Ich kann nicht sagen, ob die chinesische Regierung ihnen die Genehmigung erteilt, jetzt Soforthilfe zu leisten. Angesichts dieser Zerstörung, dieses Desasters, bedarf es nicht nur menschlicher Kräfte, sondern auch technischer Mittel und modernes Wissens.

Ich befürchte, dass es diesmal für China schwierig sein wird, sich selbst zu helfen. Aber das Land ist zahlenmäßig und wirtschaftlich in der Lage, sich dieser Katastrophe zu stellen. Allerdings wäre es natürlich ein schönes Zeichen, wenn sich China für internationale Helfer öffnen würde – an Image würde es gewinnen.“

Zahlreiche Kirchenvertreter bekundeten ihre Solidarität mit den Erdbebenopfern. Der Bischof von Hongkong, Kardinal Zen Ze-Kiun, erklärte gegenüber „Radio Vatikan“: „Das ist wirklich eine Tragödie. Diese Region ist sehr arm. Und ich hoffe wirklich, dass alle etwas tun, um den Menschen dort zu helfen. Auch die Kirche wird alles tun, aber wir brauchen Unterstützung von internationalen Hilfsorganisationen, genauso wie Burma. Auch das hier ist tragisch. Die Kirche in Hongkong wird Kontakt mit Caritas Internationalis und dem Roten Kreuz in China aufnehmen. Wir sind im Gebet mit den Menschen verbunden; der Herr möge helfen.“